Politik

Annalena Baerbock und die UN-Resolution

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Zuerst dachte ich, warum hat Deutschland sich enthalten und nicht wie die USA oder Österreich und einige andere mit NEIN gestimmt. Das wäre angesichts des angeblich schlecht oder (je nach Sichtweise) falsch formulierten Textes doch naheliegend gewesen. So von wegen uneingeschränkte Solidarität mit Israel oder Staatsräson etc.

Nun, ich weiß nicht, welcher Teufel die Außenministerin geritten haben wird. Könnte es am Ende der lange Arm Olaf Scholz gewesen sein? Es wird darüber spekuliert, ob das Kanzleramt die Außenpolitik der letzten Zeit nicht übernommen hat. Unbewiesenes Gebrabbel im Berliner Regierungsviertel vermutlich. Presse und Regierung sind womöglich in Berlin noch näher beieinander als das in Bonn der Fall war. Und das, obwohl insbesondere geografisch zu Bonner Zeiten die Äquidistanz wahrscheinlicher gewesen sein könnte.

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Baerbock bekommt den Frust der wahren Freunde Israels voll ab. Harsche Schuldzuweisungen werden formuliert. Paul Ronzheimer aus dem Hause der Verfasser unseres neuesten 50-Punkte-Verfassungsersatzes (auch Manifest genannt) und besonders hoch angesehenen Bild-Vize (wie kommen solche Bewertungen nur zustande?) schmierte die Worte „Baerbocks Worte sind nichts wert!“ an alle Klowände des Landes.

In den Erklärtexten zum neusten Unfähigkeitsbeweis zulasten Baerbocks, der Deutschland zur nächsten Blamage führte, ist die Rede davon, dass Diplomaten des Auswärtigen Amtes mit dieser Enthaltung Spielräume für Verhandlungen mit der Hamas hätten erhalten wollen. Wie lächerlich, so der Tenor unter Journalisten. Oder halt, da war doch was!

Hatten nicht vor einigen Jahren deutsche Bemühungen (der BND war federführend) dazu geführt, dass ein junger israelischer Soldat, der fünf Jahre von der Hamas gefangen gehalten wurde, freikam. Der Preis dafür war hoch, ungefähr 1027 Terroristen tauschte Israel gegen ihn ein. Federführend bei den Verhandlungen war damals Deutschland. Wer also weiß, ob nicht derzeit Verhandlungen über den Austausch von Hamas-Geiseln laufen und wie sich ein „NEIN“ Deutschlands zur UN-Resolution auf den Verlauf ausgewirkt hätten?

Dass die Angriffe auf Baerbocks „Nein“ zur Resolution so einhellig und ohne Abwägung solcher immerhin doch denkbaren Möglichkeiten ausfällt, ist bezeichnend für die Atmosphäre in der wir uns leider befinden. Die Medien sollten sich etwas zusammenreißen, finde ich und sich in ihrem Frust über die allgemeine Lage nicht suhlen.

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Quelle Featured-Image: HorstSchulte.com

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