Inflation = Steigende Preise, höhere Löhne = Inflation

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Quelle: HorstSchulte.com

Einerseits verstehe ich alle, die einen Inflationsausgleich auf dem Lohnzettel fordern. Keiner wird erbaut davon sein, wie seine finanziellen Lebensgrundlagen in den vergangenen Jahren dahingeschmolzen sind.

Dass viele die Ampel für die Inflation verantwortlich machen, ist etwas anderes. Aber ich höre gleich wieder damit auf, auf differenzierte Betrachtungsweisen zu pochen. Das bekommen DIE Leute doch nie hin.

Mich stört an den zum Teil unverschämten Forderungen der Gewerkschaften, dass sie überhaupt nicht einbeziehen, wie sich die zum Teil unerhörten Forderungen auf die Preise auswirken. Zu Beginn der Inflationsjahre hielt man sich noch zurück, weil man genau diese Auswirkung sah und diese nicht fördern wollte. Darüber wird heute nicht mehr geredet. Vielmehr driftet man längst wieder in alte Klassenkampftiraden ab. Ich denke an die Bahnvorstände, die aufgrund ihrer fulminanten Leistung nicht nur Bonus, sondern auch noch Zinsen auf diesen Bonus einstreichen. Unappetitlich und ungerecht. Das ist es auf jeden Fall.

Was Weselsky aber daraus macht, ist ein Machtgebaren, das ich abstoßend finde. Vielleicht hat das auch was mit dem renitenten Dialekt zu tun, den Weselsky spricht? Die Verschiebung des Streiks von Montag auf Mittwoch, nur weil ein nahestehender Verband (Beamtenbund) ein bundesweites Treffen hatte, zeigt Rücksicht auf eine gesellschaftliche Gruppe, der man sich „verbunden“ fühlt. Das riecht komisch. Insbesondere, wenn man bedenkt, wie viele andere Menschen unter den Lokführern in den letzten Jahren gelitten haben. Die Lokführer und die Piloten sind in privilegierten Positionen. Ich für meinen Teil wünschte, die Paketboten oder Friseure hätten eine solch starke Lobby. Um nur zwei gehaltlich wirklich benachteiligte Gruppen herauszupicken.

Ich bin für starke Gewerkschaften. Allerdings findet im Falle der GDL etwas statt, was mich persönlich zwar überhaupt nicht berührt, was ich aber trotzdem mehr als grenzwertig finde. Die Zeiten, in denen die Lokführer schlecht bezahlt wurden, scheint mir längst vorüber. Dass das auch das Verdienst dieser GDL ist – geschenkt! 35-Stunden-Woche als Ziel, obwohl die Gewerkschaft die personellen Engpässe sicher kennt, ist wohl kaum zielführend. Diejenigen, die nicht noch mehr Zugausfälle in Zukunft beklagen möchten, sollten sich über die Auswirkung der Reduzierung der Wochenarbeitszeit Gedanken machen und nicht aus Gründen die Position der GDL einnehmen.

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