In einem Interview mit dem »Stern« stellt der bekannte Soziologe Heinz Budde sinngemäß Folgendes zum Status quo unseres Landes fest:
- Deutschland befindet sich in einer trotzigen Ratlosigkeit, da die Menschen nicht mehr an die Wahrheit glauben, aber an ihre eigene Meinung klammern. Die Verunsicherung wird durch die Auflösung der vermeintlichen Sicherheitsgarantie (USA) und die sinkenden Investitionen (Wirtschaft) verstärkt.
- Die Jugend wendet sich zunehmend der rechten Politik zu, da diese positive Zukunftsversprechen macht.
- Die deutsche Rechte profitiert von der Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Mitte, der es an Mut und Klarheit mangelt.
- Um die AfD erfolgreich zu bekämpfen, muss die Mitte politisch agieren und sich nicht nur auf moralische Überlegenheit verlassen.
- Deutschland ist von sich selbst enttäuscht, da es sein Selbstbild als Problemlösungsland verloren hat und nun mit den Herausforderungen der Digitalisierung und des Strukturwandels konfrontiert ist.
Mich wundert ein wenig, dass Budde die Überalterung des Landes und die automatisch damit verbundene Sperrigkeit gegen Veränderungen nicht einmal erwähnt hat. Für mich persönlich liegt genau in diesem Tatbestand die Wurzel allen Übels.
Dafür lässt Budde sich zu der pointierten Erklärung hinreißen, dass Deutschland die dümmste Rechte Europas habe. Immerhin darf man schlussfolgern, dass diejenigen, die diese Alternative doch so gern wollen, nicht zu besonderer Klugheit neigen. Das müsste dann eine dieser Wahrheiten sein, die er meinte. Das Versagen unseres Bildungssystems ist inzwischen legendär (u.a. PISA) und schlimmer noch – die Früchte dieses Versagens ernten wir jetzt.


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