Gebühren-Sparen live: Programmvielfalt? Fehlanzeige!

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Es ist ein Bild, das symbolisch für die Reformresistenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht: Während das Erste heute die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina verfeuert, verbrät das Zweite zur besten Sendezeit Millionen für die (live!) Prunksitzung »Mainz bleibt Mainz«. Da sag ich mal: DANKE!

Wer kein Interesse an Biathlon oder Büttenreden hat, schaut in die Röhre – oder zahlt für Streaming-Dienste drauf, die er eigentlich durch seine 18,36 Euro (Tendenz steigend) bereits finanziert haben sollte.

Kooperation oder Kostengrab?

Hinter den Kulissen rühmen sich die Anstalten ihrer »engen Zusammenarbeit«. Man teilt sich Sende-Infrastrukturen in Mainz und schickt (angeblich) weniger Personal. Doch die Realität sieht anders aus:

Zwei Welten, ein Beitragszahler
Warum leisten wir uns zwei eigenständige Sportredaktionen, zwei Studioparks und zwei Moderatoren-Teams, die im Grunde denselben Content verwalten?

Die Rechte-Falle
Für die Fußball-WM 2026 fließen kolportierte 150 Millionen Euro an die Telekom, nur um Spiele zu zeigen, die ohnehin irgendwo laufen würden. Das Geld versickert im Wettbieten der Giganten, während das regionale Kulturangebot ausgedünnt wird.

Ignoranz als System

Kritik an diesen Doppelstrukturen wird oft mit dem »Vollprogramm-Auftrag« abgebügelt. Man müsse »alle erreichen«. Doch indem man gleichzeitig zwei riesige Nischen (Sportfans und Karnevalsfreunde) bedient, ignoriert man die Millionen Zuschauer dazwischen. Das Ergebnis ist eine programmatische Geiselnahme: Wer Vielfalt sucht, findet Parallelität.

Dieses »Weiter so« ist gegen jede Vernunft

Die Verantwortlichen scheinen in einer Filterblase zu leben, in der die Quote bei Großereignissen jede Verschwendung rechtfertigt. Doch der Frust wächst. Ein System, das die Kosten für Rechte und Verwaltung ungebremst steigen lässt, während das lineare Angebot zur »Wiederholungshölle« verkommt, verspielt seine Existenzberechtigung.

Es reicht nicht, Mediatheken zu vernetzen, wenn das Programm an sich an der Lebensrealität derer vorbeigeht, die für den ganzen Apparat die Zeche zahlen.

Über solche Dinge ärgern sich wahrscheinlich auch nur Rentner wie ich. Die anderen haben längst damit »abgeschlossen«. Wann kommt das wohl bei ARD und ZDF einmal an?

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3 Gedanken zu „Gebühren-Sparen live: Programmvielfalt? Fehlanzeige!“

  1. Es gibt einiges Ausgewähltes im linearen TV, das ist die Gebühren wert. Ich denke da an die Regionalprogramme, bzw. die aktuelle Stunde. Die Tagesschau ist auch etwas, was als Mindestangebot für politische minimal Interessierte durchaus sinnvoll ist. Der Rest dagegen ist – zumindest für mich – uninteressant. Werbung in den Privaten kann ich nicht ertragen. Wobei – gute Filme in den Werbesendern kann man aufnehmen und die Werbung vorspulen. Trotz allem Ärgernis würde ich wollen, dass an dem »Informations- und Bildungsauftrag« der Öffentlich Rechtlichen festgehalten wird, auch wenn sich der Begriff etwas zum negativen eingeschliffen hat. Ach ja, ARTE hat auch noch so manches Sehenswertes zu bieten.

    • @Peter Lohren: danke für diese Antwort! Sie deckt sich gut mit meiner Meinung zu diesem Thema! Auch einen Radiosender wie den Deutschlandfunk würde es sicher nicht geben, ohne die ÖR. Und aus den USA-Staaten hört man, dass sie sehr daran leiden, dass es kaum noch neutrale Informationen über lokale Themen für alle verfügbar gibt und so niemand mehr über vor Ort Themen gut informiert sein kann. Deswegen bin ich klar der Meinung, ÖR sollte es unbedingt weiter geben. Ob man ARD und ZDF nicht mehr »zusammenlegen« kann, darüber will und kann ich mir kein Urteil erlauben.

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