Wie ich mit KI mein WordPress verwandelte – und warum das jede*r wagen könnte

von: Horst Schulte

Bloggen, Empfehlung

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3 Min. Lesezeit

Manchmal beginnt ein Abenteuer ungeplant, und vielleicht deshalb mit einem leisen Magengrummeln. Was das wohl werden soll? Da gibt’s eine Ecke im Blog, die uns optisch missfällt. Eine Funktion, die sich störrisch stellt. Ein Gefühl von: Das müsste doch irgendwie eleganter gehen.

CoProduktion
CoProduktion

Und dann – plötzlich – findet man sich wieder in einem kleinen Werkraum zwischen Hooks, Filtern, eigenen Plug-ins und der Ahnung, dass man gerade etwas baut, das es so bisher vielleicht noch nicht gab.

So ist es mir in den letzten Monaten ergangen. Gemeinsam mit einer KI, die geduldig an meiner Seite werkelte, habe ich eine Reihe von Plug-ins und Hooks geschaffen, die heute ganz selbstverständlich meinen Blog mittragen. Jedes einzelne davon ist ein kleines Stück »Geht doch!«. Ein Beweis dafür, dass technische Werkzeuge nicht abschrecken müssen, sondern erfreuen können, wenn man mit ihnen spielt, statt vor ihnen zu kapitulieren.

  1. Eine dezente Beitragsnavigation mit Vorschau, die sich wie ein freundliches Winken aus dem nächsten Artikel anfühlt.
  2. Ein Empfehlungscarousel, das sich sanft durch gern gelesene Artikel bewegt.
  3. Ein H2-Anchor-Scroll, das Leser*innen zu Ankerpunkten gleiten lässt.
  4. Ein Related-Posts-Plug-in, das keine Marketingmaschine ist (wie man sie so oft auch unter bezahlten Artikeln großer Medienhäuser findet), sondern eine kleine Einladung weiterzulesen.
  5. Eine Blogstatistik, die nicht protzt, sondern ordnet.
  6. Ein Micro-Blog-Stream, der Nebenbemerkungen zu reduzierten und informellen Bloginhalten formt.
  7. Und dazu die Hooks: das schwebende Panel, das wie eine neugierige Seitenleiste über Buttons am rechten unteren Rand aufzurufen ist.
  8. Auf der Startseite lassen sich Beitragsbild und Excerpt aus- und einblenden.

All das ist nicht entstanden, weil ich plötzlich programmieren könnte, sondern weil ich (klar, Zeit hatte) und es einfach versucht habe. Weil ich bereit war, das Werkzeug »KI« nicht als Teufelszeug oder Bedrohung, sondern gewissermaßen als Hammer und Meißel zu sehen. Ein Tool, das mir die Denkarbeit nicht abnimmt, aber sie in Code und Informationen umgesetzt hat.

Und genau deshalb möchte ich anderen Mut machen. Claudia Klinger hat es vorgemacht und darüber geschrieben: Die Zukunft der Blogs gehört nicht bloß den Profis oder Experten. Sie gehört uns allen, wenn wir uns trauen, die Tür einen Spalt weit zu öffnen – für Neues, für Spielerei, für kleine technische Abenteuer.

Ich habe durch die Zusammenarbeit mit ChatGPT schon viel gelernt. Unter anderem eben auch, dass die Technik uns gehört und nicht – wie viele fürchten – umgekehrt.

Ein Blog kann vieles sein. Ein Podium, ein Forum, eine Bastelstube.
Er kann klingen wie ein Marktplatz voller Stimmen oder flüstern wie ein einzelner verlorener Gedanke. Sprache darf wachsen wie Gras zwischen Steinen. Ein Blog ist manchmal Labor, manchmal Zuflucht. Ein Raum, in dem Ideen sich formen, verwerfen, verwandeln, manchmal auch ärgern, dürfen. Man fädelt Worte wie Perlen auf, ohne recht zu wissen, ob und wen sie ansprechen. Vielleicht ist ein Blog einfach ein Fenster in die eigene Welt – halb geöffnet. Was hinausweht, trägt Spuren von Staunen, Zweifel, Widerstand. Und was zurückkehrt, ist das Echo anderer Stimmen, die mitlesen, mitdenken, weiterspinnen.


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16 Gedanken zu „Wie ich mit KI mein WordPress verwandelte – und warum das jede*r wagen könnte“

  1. Wow, was du schon alles geschafft hast, beeindruckend!
    Macht Mut, weitere Ideen umzusetzen – und auch dazu, endlich mal auf den Gutenberg-Editor umzusteigen. Wenn ich damit Probleme habe, kann ich ja die KI fragen!

  2. Es gibt wahrscheinlich keine gefährlichere Idee, als das chronische Einfallstor für Schadsoftware names Wordpress Plugins von einem Ding bearbeiten zu lassen, das dafür bekannt ist, Schrott und Halbgares zu produzieren.

    Darwin – walte deines Amtes!

  3. Interessant, sieht auf jeden Fall wieder anders hier aus. Ich persönlich lasse die Finger davon. Meine Programmierkenntnisse sind gering, ich will nichts machen, was am Ende meine bewusst schlichte Seite zerstören könnte. Aber wenn man wie du oder auch Claudia ein wenig mehr Ahnung hat, dann immer zu.

  4. Ich habe mit Hilfe der KI auch schon einiges in PHP umgesetzt. Klar, das ist immer ein Sicherheitsrisiko; im schlimmsten Fall fliegt dir die Datenbank um die Ohren – ob das so schlimm für den Privatblogger wäre glaube ich weniger. Das was man lernen kann, wo es früher Barrieren mangels Programmierkenntnissen gab, gibt’s nicht. Mit den rudimentären Kenntnissen in PHP als Hobby am eigen Blog zu schrauben finde ich legitim, ich will ja keine Steuereinheit für ein Kraftwerk programmieren. 😆

  5. Das macht Eindruck, weil es ein künstlerisches Herangehen ist.
    Das ganze Paket: Texte zu Gesellschaft und Politik und zum zweiten kreative Gestaltung macht ein Kunstunternehmen daraus.
    Weiterentwicklung ist immer möglich, es scheint ein reiches Spielfeld zu sein.

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