Kirschpfannkuchen


| Aktualisiert: 10. Juli 2020   2 Kommentare 2 Min. Lesezeit

In mei­nem Fall hat #Fri­day­For­Fu­ture das ver­schüt­te­te (ver­dräng­te) Bewusst­sein dar­über, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann, wach­ge­rüt­telt. Für mei­ne Frau kann ich das eben­so behaup­ten wie für Tei­le mei­ner Fami­lie. Für Freun­de und Bekann­te auch.

Klar ist, dass Ver­hal­tens­än­de­run­gen des Ein­zel­nen kaum etwas aus­ma­chen. Aber dar­um geht es auch nicht. Gut ist, dass viel fri­scher Wind auf­ge­kom­men ist. Gut lüf­ten, das wird uns in Deutsch­land in der kom­men­den Woche bei den vor­her­ge­sag­ten Tem­pe­ra­tu­ren (ca. 40 Grad) klar wer­den, tut gut.

Als Kin­der hat­ten mei­ne Schwes­ter und ich das Glück in einer wun­der­schö­nen Umge­bung auf­zu­wach­sen. Unser Vater war Gärt­ner. Wir hat­ten Obst und Gemü­se satt. 

Fleisch konn­ten wir uns nur ein­mal die Woche, am Sonn­tag, leis­ten oder höchs­tens mal ganz aus­nahms­wei­se. Das war dann Brat­wurst, fal­sches Kote­lett oder Hack­bra­ten. Als gute Katho­li­ken war der Frei­tag grund­sätz­lich fleisch­frei. Das soll­te man gene­rell wie­der ein­füh­ren! Fisch war damals zu teu­er. Des­halb war eine Milch­sup­pe (Knub­bel­brei, Pud­ding­sup­pe oder Milch­reis­sup­pe) obli­ga­to­risch. Danach gab es – je nach Sai­son – einen Schnib­bel­ku­chen, einen Pfann­ku­chen und hin und wie­der ech­te Reibekuchen. 

Die vari­an­ten­reichs­te Aus­füh­rung bot der Pfann­ku­chen. Den mach­te mei­ne Mut­ter mit Speck (für Papa) und für sie, Anne und mich waren es die gelieb­ten Pfann­ku­chen mit Kir­schen, Äpfel, Pflau­men oder Bee­ren. Zur Milch­reis­sup­pe nah­men wir manch­mal Tro­cken­obst. Ich war damals kein star­ker Esser. Essen glich damals eher einer Zwangs­maß­nah­me. Die Zei­ten haben sich geändert. ?

In die­sem Jahr haben wir etli­che Male Spar­gel geges­sen. Ich esse dazu am liebs­ten ein klei­nes Steak oder Schwei­ne­lend­chen. Aber in die­sem Jahr haben wir es meis­tens ein biss­chen anders gemacht und ihn ent­we­der nur mit Kar­tof­feln oder mit etwas Schin­ken (rot und gekocht) geges­sen. Statt der übli­cher­wei­se bevor­zug­ten Sau­ce Hol­lan­dai­se haben gute But­ter verwendet. 

Kirschen

Die­se Woche gab es Pfann­ku­chen mit fri­schen Kir­schen. Wäh­rend des Essens fiel mir ein, dass wir erst Juni haben. Also frag­te ich mei­ne Frau, woher denn die Kir­schen kämen. «Aus der Tür­kei», ant­wor­te­te sie mir. «Oh», erwi­der­te ich. «Ein Schlag für unse­ren öko­lo­gi­schen Fußabdruck». 

So ist das jetzt in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels und FFF

Wenigs­tens den­ken wir im Hau­se Schul­te dar­über nach, was wir kau­fen und sind uns bewusst, dass Kir­schen aus der Tür­kei nicht nur aus poli­ti­schen Grün­den ein biss­chen kri­tisch zu bewer­ten sind. 

Es hät­te deut­sche Kir­schen geben müs­sen. Schließ­lich ist seit Ende Mai Kir­schen­zeit hier in Deutsch­land. War­um sie nicht ange­bo­ten wur­den? – Ich weiß es gera­de nicht.

Die Pfann­ku­chen waren jeden­falls lecker. Und bald sind ja auch bei uns die Spät-Kir­schen reif. Ja, ich kann fleisch­lo­se Wochen über­le­ben. Ich weiß das.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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2 Gedanken zu „Kirschpfannkuchen“

  1. «Also frag­te ich mei­ne Frau, woher denn die Kir­schen kämen. „Aus der Tür­kei“, ant­wor­te­te sie mir. „Oh“, erwi­der­te ich. „Ein Schlag für unse­ren öko­lo­gi­schen Fußabdruck“.»

    Sei man froh, dass du mich nicht gefragt hat – ich hät­te dir den kli­ma­schäd­li­chen Pfan­ne­ku­chen gleich wie­der weg­ge­nom­men, grins. Eine ganz nah­rungs­lo­se Woche über­lebst du auch noch…

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  2. 100%ig wür­de ich eine nah­rungs­lo­se Woche über­le­ben. Hab ich schon getan. Ich war Anfang der 2000er Jah­re mal eine Woche im Kran­ken­haus. Das Essen war so lecker, dass ich eine Woche ohne Früh­stück, Mit­tag- und Abend­essen aus­ge­kom­men bin. Ich konn­te da nix essen. Erfolg: 8 kg ver­lo­ren. Viel­leicht soll­te ich… Ach nee.

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