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Schnelltests ausverkauft – Server zusammengebrochen


   Letzte Änderung: 14. Apr. 2021   0 Kommentare

Ich glaube, jetzt kann man so langsam darauf warten, bis sich die ersten Journalisten in Deutschland an die Spitze des neuen heißen Scheiß setzen werden. Der Trend wird darin bestehen, die deutsche Regierung nicht zu attackieren, sondern zu verteidigen! Das wird behutsam passieren.

So allmählich werden Stimmen laut, die sich bemühen, die Lage versachlicht darzustellen und dann mag sogar der eine oder andere Verteidiger von Jens Spahn auf den Plan treten. Zuerst ganz vorsichtig. Später werden die Texte plakativer sein, herausfordernd. Auch das wird natürlich hauptsächlich getrieben sein, von der Geilheit nach Klicks und Aufmerksamkeit. Anders funktioniert das in dieser Welt nicht mehr.

Vielleicht werden es keine Personen sein, auch nicht unbedingt die Regierung, die von den Medien verteidigt werden, aber wenigstens doch unser Land. Deutschland hat all diese Häme und schiefen Vergleiche, die Journalisten anstellen, nicht verdient. Außerdem ist die Pandemie noch längst nicht an ihrem Ende angelangt.

Viele behaupten ja immer noch, dass deutsche Medien in ihrer Regierungskritik (Systemmedien) zu zurückhaltend sind.

Rücktritt gefordert

Liest man die Leitartikel dieser Tage, in denen der »Spiegel« den Rücktritt von Jens Spahn und andere gleich den der ganzen Regierung fordern, muss man lange zurückdenken, wann das überhaupt einmal der Fall war.

Jetzt gehts schließlich um alles. Und wir in Deutschland sind in allem so schlecht.

Die Apokalypse steht vor der Tür und unsere Regierung schafft es nicht mal, Aldi und Rossmann die dringend für den strategischen Bedarf (Schulen und Kitas) von Schnelltests abzuluchsen. Übrigens sind die Server der Discounter wegen des großen Ansturms zusammengebrochen und die vorhandenen Schnelltests waren in Minuten ausverkauft. Ist das nicht geradezu saukomisch, wenn auch Einkaufsprofis im Vergleich zum Regierungsdilettantismus die Bäume nicht in den Himmel wachsen lassen?

Begriffe

Die heutige Inzidenz von 65,6 könnte Hoffnung machen. Aber dieser spezielle Indikator, der sachlich betrachtet immer noch ein guter Früherkennungsindikator ist, ist längst so verhasst, dass er für viele nur noch ein rotes Tuch ist. Dabei wäre ein Blick auf die Vergleichszahlen um uns herum nicht ganz verkehrt. Er würde – auch im Vergleich zu anderen Ländern – belegen, dass wir nach diesem ätzenden Lockdown viel erreicht haben.

Stattdessen auf den (noch?) vergleichsweise niedrigen Wert hinzuweisen, ziehen es »Spiegel« – Journalisten vor, den internationalen Vergleich fortzuführen und dem deutschen Volk klarzumachen, wie katastrophal es im Vergleich mit Briten, Amis, Israelis und vielen anderen im Moment dasteht.

Entsetzen über Deutschland

Mir geht die Nörgelei über die Corona-Politik der Regierung einerseits gewaltig auf den Sack. Auch deshalb, weil die Fehler, die in dieser Krise gemacht wurden, ein Ausmaß erreicht haben, dass einem die Erfahrungen rund um den BER bei der Verzweiflung und dem Entsetzen über Deutschland im zweiten Jahrzehnt dieses 21. Jahrhundert auch nicht mehr weiterhelfen.

Dass Filialkettenchefs den wirtschaftlichen Druck auf ihr Unternehmen in ein angeordnetes Wahlverhalten von Mitarbeiter ummünzen, ist keine geeignete Frustbewältigungsmaßnahme. Sie zeigt auch nur den Grad des inzwischen erreichten Frustlevels.

Vergleich mit ?

Ich empfehle, sich die Daten und gesellschaftlichen Auswirkungen in anderen Ländern anzusehen. Aber eben nicht nur, um diese mit unseren deutschen Problemen zu vergleichen. Überall wird in dieser Pandemie nur mit Wasser gekocht. Und wenn wir so arg verzweifelt darüber sind, was hier alles nicht gut läuft, sollten wir vielleicht auch einmal darüber nachdenken, welchen Anteil wir selbst daran hatten und was wir tun könnten, um diese Hysterie möglichst rasch einzudämmen.

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