An deutsche Leitmedien: Lasst eure pauschalen Vorwürfe stecken!

10 Gedanken

4 Min.



Merken

HORST SCHULTE

Ich kann das nicht mehr hören! Ewig wird in diesem Land mit Rassismusvorwürfen, zuletzt verstärkt wegen unseres angeblich zugenommenen Antisemitismus gegen die autochthone Bevölkerung agitiert. Die ständigen Artikel und veröffentlichten Studienergebnisse betrachte ich als explizite Vorwürfe an die Adresse aller Deutschen.

Bringt das eigentlich etwas oder wird man die Menschen damit nicht noch stärker auseinandertreiben? Wem soll das nützen? Die Polarisierung zwischen den Menschen ist längst ausreichend hoch. Kennen die Medienleute kein Maß, keine Verantwortung für das Ganze? Geht es nur noch um Stimmungsmache und darum, die Leute auf die Barrikaden zu treiben?

Rassismus ist in Deutschland allgegenwärtig. Viele nicht deutsch gelesene Menschen machen regelmäßig negative Erfahrungen – im Umgang mit Mitmenschen, Behörden, in Praxen oder bei der Polizei. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) . Am stärksten betroffen sind schwarze Menschen, hier hat der Analyse zufolge mehr als jeder zweite eigene Rassismuserfahrungen in der Öffentlichkeit gemacht.

Spiegel

Natürlich werden solche streng nach wissenschaftlichen Maßstäben gesammelten Erkenntnisse stets zu der Zeit in die Öffentlichkeit gegeben, in der dies besonders schmerzt. Mich jedenfalls. So glauben deren Urheber und natürlich ein großer Teil der Journaille, die sich ohnehin mit Vorliebe darin zu ergehen scheint, alles Deutsche niederzumachen, das immer und immer wiederholen zu müssen. Dabei haben wir dafür doch die ausländische Presse wie beispielsweise die NZZ und die Weltwoche in der Schweiz.

Ich bin weder ein Rassist noch bin ich ein Antisemit. Allerdings habe ich kaum mit Menschen zu tun, die schwarze Haut haben, einen Migrationshintergrund oder Juden sind. Das war auch während meines Berufslebens der Fall. Bevor eingewendet wird, dass ich mich wohl nicht um Kontakt bemüht hätte: Ja, das kann sein. Aber nicht, weil ich Rassist oder Antisemit wäre, sondern weil mir die notwendige Fähigkeit auf Menschen zuzugehen nicht gegeben ist. Im Gegensatz zu meiner Frau. Sie ist auch schon seit sechs Jahren Rentnerin, war aber vorher im Einzelhandel tätig. Wer sie kennt, weiß, dass sie freundlich und zuvorkommend ist. Immer!

Ich bin mein Leben lang mit allen Menschen, denen ich begegnet bin, anständig umgegangen. Meine Mutter hatte mir früh beigebracht, dass ich andere Leute so behandeln soll, wie auch ich gern behandelt werden möchte. Das habe ich befolgt – soweit es möglich war. Das Prinzip hat sich aus meiner Sicht bewährt.

Man kann großes Unbehagen darüber empfinden und die Deutschen dafür kritisieren, dass sie in steigender Zahl vorgeben, eine rechtsextreme, ausländerfeindliche Partei zu wählen. Davor, dass sie sich anschickt, die Regierung in mehreren ostdeutschen Ländern zu übernehmen, graut es vielen in Deutschland.

Aus den permanenten Berichten über das Thema wissen wir, dass es in Deutschland auch nach dem 2. Weltkrieg eine gewisse Offenheit für rechtsextreme Ansichten und für Antisemitismus gab. Die Rede war von Werten, die um die 20 % (mal mehr, mal weniger) lagen. Das mag für manche die Berechtigung sein, zu verallgemeinern und die ach so schlimmen Erfahrungen von Geflüchteten ins Kalkül zu ziehen.

Wenn es in Deutschland doch so grauenhaft mit dem Rassismus ist, warum kommen immer noch so viele Menschen in unser Land? Geld sticht ungerechte, asoziale Behandlung oder wie habe ich mir das vorzustellen? Ich mache mir diese miese Sicht nicht zu eigen, aber wie passt das bitte zusammen? Ich höre (gern auch von Wissenschaftlern), dass die Leistungen unseres Staates für Geflüchtete keinen Pull-Effekt darstellen würden. Das ist in meinen Augen schlicht gelogen oder an den Fakten vorbeilaboriert!

Wenn man aufgrund neuer Veröffentlichungen über den im Land verbreiteten Antisemitismus ausgerechnet in dieser Zeit ein weiteres Fass aufmacht, ist das nur kontraproduktiv. Ja, es gibt Rassismus und es gibt Antisemitismus. Der geht aber nicht weg davon, in dem die Medien den Eindruck verstärken, beides sei ein vorwiegend deutsches Phänomen. Und wenn nur dieser Eindruck entsteht, es ist töricht von den Medien darauf zu bauen, dass dieser Müll bei den Leuten, die sich als Rassisten und Antisemiten betätigen, aus einem unbekannten Grund verfangen wird.

Ich fühle mich derweil völlig zu Unrecht angegriffen und kann eigentlich nichts dagegen tun. Ihr Idioten verliert mich — immer mehr.

  • Log in or sign up to view It looks like you were misusing this feature by going too fast. You’ve been temporarily blocked from using it. https://ift.tt/nCr4XUQ —
  • Zur Abschreckung hergezeigt und vorgeführt Der kleine Bildausschnitt aus dem Video, auf dem keine Männer hergezeigt werden. Dieses Video ist in seiner Kälte wirklich besonders erschütternd. Man sieht Kristi Noem,
  • „E-Mail, Adressbuch, Kalender und Notizen: Auf dieser Seite finden Sie alle Leistungen, die Sie für 1 Euro pro Monat erhalten. Posteo steht für maximalen Datenschutz, konsequente Nachhaltigkeit und innovative Verschlüsselung:
  • Inhalt von Instagram anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von Instagram anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Instagram. Inhalt von Instagram immer anzeigen View on Instagram https://instagr.am/p/DH8-pBcKSk7/ hmmmm
  • Inhalt von Instagram anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von Instagram anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Instagram. Inhalt von Instagram immer anzeigen View on Instagram https://instagr.am/p/DH85k1FKMF6/ Bald .…

Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 71 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (auch aus Überzeugung) auf dem Land.

hs010225 a

AfD, Antisemitismus, Deutschland, Rassismus, Selbstkasteiung, Toleranz

Quelle Featured-Image: Standardbild...

Letztes Update:

447 Views
Anzahl Worte im Beitrag: 724

In der gleichen Kategorie blättern:

10 Gedanken zu „An deutsche Leitmedien: Lasst eure pauschalen Vorwürfe stecken!“

  1. Was regst du dich auf? Mich trifft das gar nicht. Ich weiß, dass wir einen ziemlich konstanten beträchtlichen Anteil an Antisemiten (und anderen Rassisten) im Land haben – schon seit Jahrhunderten. Sehen wir jetzt gerade wieder. Vor allem, weil das Thema von wirklich allen Seiten an den höchsten Laternenmast gehängt wurde.

    Das ist komplett interessegeleitet, da sind ganz viele politische Köche dran interessiert, ihren Nutzen draus zu ziehen.

    Und weil diese sogenannte „Migrationsdebatte“ permanent von allen Seiten so hochgekocht wird, dass andere höchst wichtige (und tatsächlich wichtigere) Themen fast untergehen, wird da auch mit Hochdruck analystiert und Statistik betrieben, bis die Socken qualmen.

    Das haben wir alle mit zu verantworten.

    Wie gesagt, mich lassen solche Pauschalurteile ziemlich kalt – ich kenne meine persönlichen Ressentiments so gut, dass ich sie nicht diskutieren muss und auch nicht werde.

    Über manchen Dingen muss man einfach drüber stehen…

    Antworten
  2. Verstehe nicht wirklich, warum du dich so aufregst! Das eingangs zitierte Spiegel-Zitat berichtet ja nichts faktisch Falsches: Nicht alle, aber viele machen diese Erfahrungen und Schwarze am häufigsten.

    Das heißt im Umkehrschluss NICHT, dass ALLE Deutschen Rassisten und Antisemiten sind, aber doch ein gewisser Anteil, der – je nach Studie und Zeitpunkt – unterschiedlich hoch ausfällt. Aus meiner ehrenamtlichen Arbeit (2015 – 2019) in einer Beratungsstelle für Geflüchtete weiß ich ebenfalls, dass diese Erlebnisse vielfach vorkommen – deshalb gab es auch einen Begleitungsdienst für Behördengänge, dann wurden die Flüchtlinge nämlich korrekt behandelt.

    2023:
    Seit 2 Monaten bin ich im FitnessCenter, da ist eigentlich jeder für sich. Nur zweimal ein wenig geplaudert. Person 1 beschwert sich, dass Flüchtlinge „so viel bekommen“, Person 2 (in der Sauna) beschwert sich, „dass in der Sauna selten deutsch gesprochen wird und er nichts versteht“ (meine Erfahrung: es wird gar nicht gesprochen, Anteil Biodeutscher 95%)

    Man könnte sagen: 100% meiner Kontakte mit Menschen im Fitness-Center zeigen eine deutliche Flüchtlings- und Ausländerfeindlichkeit. Das würde bei Neo-Linken „als Rassismus gelesen“ werden, aber egal, wie man es nennt: Nett und menschenfreundlich ist es nicht.

    „Bringt das eigentlich etwas oder wird man die Menschen damit nicht noch stärker auseinandertreiben? Wem soll das nützen? „

    Das ist eine Frage, die sich Journalisten nicht unbedingt stellen – und wenn sie es doch tun, werden sie schon auch gebasht wegen ihrer „Haltung“. Schließlich sei es Aufgabe der Journalisten, zu berichten, was ist… (womöglich noch „alle Seiten ausgewogen zu Wort kommen lassen“, egal wie rechtsextrem, verschwurbelt oder abseitig die „andere Seite“ sein mag).

    Antworten
  3. “ Warum kommen, trotz all der Rassisten eigentlich so viele Ausländer nach Deutschland? „

    Weil wir in der EU das größte und noch immer wirtschaftlich stärkste Land sind – sozusagen die erste selbst gewünschte Anlaufadresse. (Würde ich auch so machen).
    Auch mit Bezahlkarte und anderen Restriktionen wird es hier immer noch eine ganze Menge Möglichkeiten geben, die anderswo seltener sind. Zur Not auch unter dem Radar, siehe Arbeitskräftemangel.

    Ich habe übrigens nie daran gezweifelt, dass DU in die deinen hilfsbereite freundliche Menschen seid! Weiß gar nicht, wie du darauf kommst…

    Antworten
  4. Ich denke ganz ebenso, dass die Mehrheit hierzulande KEINE Rassisten oder Antisemiten sind. Das behauptet auch – soviel ich weiß – diese Studie nicht, die ich selbst nicht gelesen habe, sondern nur Berichte darüber. Ich hab‘ nun die Zusammenfassung gelesen und sehe: es ging im Wesentlichen um den Gesundheitsbereich und die Fragen/Antworten bzw. Erfahrungen werden sehr differenziert nach Themen und Bereichen, sowie den Wirkungen dargestellt.
    Dass es solche Studien gibt, finde ich richtig, denn was da berichtet wird, ist zweifellos ein Missstand! Es ging auch nicht hauptsächlich um Geflüchtete (!!!), sondern um alle. So heißt es in der Studie (PDF) z.B.:
    „Geschlecht, Alter und Gewicht sind die drei am häufigsten benannten Diskriminierungsmerkmale bei nicht rassistisch markierten Frauen. Knapp 58 % der Diskriminierungserfahrungen werden von diesen Frauen auf ihr Geschlecht zu-
    rückgeführt, 38 % auf ihr Alter und 19 % auf ihr Gewicht“.

    Von „Antismitismus“ ist im Bericht nahezu gar nicht die Rede, der Focus liegt auf „RASSISMUS, DISKRIMINIERUNG UND GESUNDHEIT“ – und es lohnt, sich das Paper mal genauer anzusehen! U.a. erfährt man auch die internationalen Verpflichtungen, die die BRD eingegangen ist und die ein solches Monitoring erfordern – ganz ebenso wie
    daraus folgende Maßnahmen. Das ist nicht erst seit der Ampel Pflicht.

    Mir scheint, diese Studie hat eigentlich nichts mit aktuellen Vorgängen zu tun, bezieht sich auf Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitsbereicht und steht in einer langjährigen Kontinuität verschiedenster Bemühungen, Rassismus zu erforschen und in der Folge zu bekämpfen.
    Anscheinend hat die Presse der Sache einen aktuellen „Drall“ verpasst, den sie gar nicht mitbringt.

    Antworten

Lass deinen Gedanken freien Lauf


Hier im Blog werden bei Abgabe von Kommentaren keine IP-Adressen gespeichert! Deine E-Mail-Adresse wird NIE veröffentlicht! Du kannst anonym kommentieren. Dein Name und Deine E-Mail-Adresse müssen nicht eingegeben werden.


✅ Beitrag gemerkt! Favoriten anzeigen
0
Your Mastodon Instance
Share to...