
Vielleicht ist die Mitteilung, die ich jetzt mache, überflüssig? Sei’s drum. Gestern – nachdem die ersten Meldungen über Aschaffenburg eingetroffen waren – habe ich meine beiden „X“-Accounts gekündigt. Die, die mich länger kennen, denken jetzt: „Ach, mal wieder“. Die Wahrheit ist, dass ich über viele Jahre jede Verbindung zu „Twitter“ aus Überzeugung abgebrochen hatte. Dann bin ich irgendwann wieder dort gelandet. Weil dort ja so wertvolle, tolle Debatten stattfänden – behaupteten nicht wenige. Die sind mir entgangen, aber ich war trotzdem zurück. Das war lange, bevor Musk übernommen hat.
Diese geballte Rest-Gesellschaft, also die der dort Verbliebenen, ist definitiv nicht gut für mich! Die „Stellungnahmen“ der Leute zu Aschaffenburg schienen bereits geschrieben, als die ersten Meldungen eingingen, die Urteile gesprochen und wurden nur noch mit dem bekannten „Enthusiasmus“ verkündet. Das muss ich mir nicht geben.
Wer nun allerdings glaubt, dass mir bei Bluesky oder Mastodon besser gefallen hat, sieht sich getäuscht. Dort war nämlich das genaue Gegenteil zu erleben. Kaum einer sprach offen an, was vorgefallen war. Wenn doch, geschah dies mit „äußerster Zurückhaltung“. Vielleicht passt das besser zu meinem neuen Dogma? Sollte nicht statt dieser Ausweichtaktik, die jeder Idiot erkennt, offen und klar darüber debattiert werden, was falsch läuft aber vor allem, was wir künftig besser machen müssen? Nein, die alten Muster werden nicht aufgebrochen. Herumdrucksen und Beschwichtigen ist weiterhin angesagt.
Übrigens habe ich nicht nur meine beiden Accounts bei „X“ gekündigt, sondern – weil ich mal dabei war – auch gleich „Thread“ und „TikTok“. Ob meine Abstinenz einen ausgleichenden Einfluss auf mein Seelenleben hat? Ich warte ab.