

Ich lese eben bei Bild.de, dass immer mehr Politiker für Deutschland-Flaggen vor allen Schulen seien. Als hätten wir keine anderen Sorgen! Die machen sich wohl schon einmal schick für den Fall, dass die AfD übernimmt. Die hat nämlich in einer Umfrage jetzt die gleichen Stimmenanteile wie die Union. Wie es ausschaut, wächst die Zahl derer, die aus einer Mischung von Frustration und Sorge das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte wiederbeleben. Dabei sehen wir nicht nur in den USA, wohin es führt, wenn man rechtsextremen Antidemokraten das Zepter überlässt.
Ich weiß auch garnicht, wofür das gut sein soll. Patriotismus jedenfalls lässt sich so sicher nicht erzwingen. Nebenbei bemerkt, fände ich sowas auch einigermaßen albern. Man könnte ja die Schülervertretungen fragen, ob eine Deutschlandfahne auf Zuspruch trifft. Die würden wahrscheinlich sagen, dass die Renovierung der Toilettenanlagen wichtiger ist. Manchmal fragt man sich, was so in den Köpfen mancher Politiker vor sich geht.
Ich habe wirklich nichts gegen Patriotismus oder das Aufhängen der Deutschlandflagge. Aber wie verträgt sich das mit den schwerwiegenden Versäumnissen im Hinblick auf die bauliche Qualität unserer Schulen und — noch viel mehr — auf den Bildungsstandard? Ich sag nur PISA-Studie. Mein Gedanke war: Da richten sich einige schon auf den neuen Nationalismus ein, der mit der Machtübernahme der AfD eingeführt wird.