
Geschichtsvergessenheit als Regierungsstil
Es ist wieder so weit: Donald Trump poltert sich durch die Weltgeschichte und hinterlässt verbrannte Erde bei denen, die den USA über Jahrzehnte die Treue hielten. In Davos hat er es geschafft, den Kern der transatlantischen Solidarität mit einer einzigen ignoranten Bemerkung zu bespucken. Dass er behauptet, die NATO-Partner hätten sich in Afghanistan »eher zurückgehalten«, ist nicht nur eine Lüge – es ist eine Beleidigung für jede Familie, die ein Mitglied in diesem Krieg verloren hat. Es war das einzige Mal in der Geschichte, dass Artikel 5 ausgerufen wurde, und zwar um Amerika nach 9/11 zu schützen. Zu behaupten, man hätte die Alliierten »nie wirklich gebraucht«, grenzt an politischen Größenwahn.
Die bizarre Forderung nach der Südgrenze
Kaum zurück in Washington, legt der Präsident nach. Auf Truth Social fantasiert er darüber, die NATO an der US-Südgrenze »zu testen«. Er will europäische Soldaten im texanischen Schlamm sehen, um seine eigene Unfähigkeit bei der Migrationspolitik zu kaschieren. Wer das Bündnis so schamlos als persönlichen Sicherheitsdienst missversteht, hat nicht begriffen, was kollektive Verteidigung bedeutet. Gleichzeitig droht er den Taliban mit »schlimmen Dingen«, sollte die Bagram Air Base nicht sofort unter US-Kontrolle gestellt werden. Es ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, das die USA in einen erneuten, sinnlosen Konflikt stürzen könnte.
Die bittere Bilanz: Das Opfer der Alliierten
Damit die Fakten nicht in Trumps Wortgewitter untergehen, hier die traurige Realität. Die Liste der Gefallenen zeigt deutlich, dass »Stayed back« eine bösartige Unterstellung ist. Über 1.100 Soldaten der Koalitionspartner starben an der Seite der Amerikaner.
Gefallene Soldaten in Afghanistan (Auswahl):
| Land | Todesfälle |
| USA | 2.461 |
| Großbritannien | 457 |
| Kanada | 159 |
| Frankreich | 90 |
| Deutschland | 62 |
| Italien | 53 |
| Dänemark | 44 |
| Polen | 44 |
| Australien | 41 |
| Spanien | 35 |
| Georgien | 32 |
Diese Zahlen sind keine bloße Statistik – sie sind das Fundament, auf dem die NATO steht. Wer dieses Fundament für kurzfristige politische Punktgewinne (oder aus purer Dummheit) untergräbt, gefährdet die Sicherheit des gesamten Westens. Es ist Zeit, dass Europa aufhört, sich von diesem Präsidenten am Nasenring durch die Arena führen zu lassen.
Was die Welt jetzt braucht, ist keine transaktionale Außenpolitik, die nur auf den eigenen Vorteil schielt, sondern eine Rückbesinnung auf Werte, für die diese (unsere!) Menschen ihr Leben gelassen haben.



1 Gedanke zu „Schlag ins Gesicht der Alliierten: Trumps gefährliche Geschichtsklitterung“
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