Die NZZ und ihr Lieblingsspiel: Von oben herab auf Deutschland schauen

16. März 2026
2 Min.

Viele NZZ-Texte über Deutschland entstehen nicht in Zürich, sondern in Berliner Redaktionsstuben. Das prägt Ton und Perspektive. Am Beispiel Florian Eder zeigt sich, wie Verständnis für konservativ-rechte Strategien in Brüssel formuliert wird – während deutsche Debatten zugleich gern von außen kommentiert werden.

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Für die NZZ arbeiten viele Deutsche, wie bekanntlich auch viele Deutsche in der Schweiz arbeiten. In der Schweiz leben und in Deutschland schlechte Stimmung verbreiten, ist auch nicht selten. Die Journalisten der NZZ machen ihren Job vermutlich überwiegend in Berliner Redaktionsstuben und leben auch nicht in der Schweiz. 

Einerseits ist dieses Blatt unter seinem langjährigen Chefredakteur bekannt dafür, mit unserem Land gern Schlittenzufahren. Mir ist das unsympathisch und seltsamerweise färbt das inzwischen sogar auf meine große Sympathie für die Schweiz negativ ab. 

Florian Eder ist einer von den Journalisten, die in Deutschland geboren wurden und wahrscheinlich immer noch Deutsche sind. Jedenfalls hat er in Deutschland seine Karriere entwickelt, u.a. für die Süddeutsche Zeitung. In seiner Bio auf der NZZ-Website wird er mit den abschließenden Worten „Seine Arbeit befasst sich insbesondere mit Deutschlands Rolle in Europa und der Welt.“ vorgestellt. 

Da darf ich nicht überrascht sein, wenn Eder Sympathien für die Zusammenarbeit zwischen deutschen Konservativen und rechtsextremen AfD-Leuten hegt. 

„Die Berliner Aufregung über Absprachen vor einer Asylabstimmung sagt mehr über Deutschland als über die Strategie der Europäischen Volkspartei: Der Streit über eine Chatgruppe mit der AfD entfacht eine Brandmauer-Debatte – während es in Brüssel um politische Realitäten geht.“

Dass Söder verwundert über die Rolle seines Landsmannes Manfred Weber ist, überrascht angesichts des verlorenen Kampfes der CSU gegen die AfD in Bayern nicht. Eigentlich auch nicht, dass Eder, anders als der in seinem Blatt gern gescholtene Haltungsjournalismus, der freilich nur in Deutschland grassiert, nahelegt, großes Verständnis für das Vorgehen in Brüssel zu haben. Linke sollten neutral berichten, Rechte dürfen Haltung zeigen und sogar in großem Stil („Der andere Blick“) agitieren. Alles ist gut, was der Auflage dient.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

4 Kommentare zu „Die NZZ und ihr Lieblingsspiel: Von oben herab auf Deutschland schauen“

  1. Ein Glück, dass die NZZ nicht aufgrund von Nazigold noch existieren kann. Was sollten da die Leser denken.

    • @Horst Schulte: Sehe ich natürlich zum großen Teil anders. Ich bin zwar kein Fan der Nazigoldzeitung, wie auch nicht der Alpenpravda, aber so dämliches, aufgesetztes Zeug, wie Nius und Co. verbieten sich auch schon, weil man sich selber besser beleidigen kann, aber den äußeren Blickwinkel haben nun mal die anderen. Daher kann ein verstohlener Blick nicht schaden.

      Wohl dem, der nicht erst eine KI oder einen Translator bemühen muss, um sich die Gazetten via Newstral (u. ä.) zu geben.

      Deutschland aus rein deutscher Perspektive zu betrachten, wäre so, wie sich „Die 100“ auf Dauerrotation zu geben. Komplett indiskutabel.

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