Streiklust vs. Alltagsfrust: Eine exklusive Wahrnehmung?

17. März 2026
2 Min.

Während in den öffentlich-rechtlichen Medien oft ein Bild der Ausgewogenheit gezeichnet wird, sieht die Realität am heimischen Küchentisch anders aus. Der tägliche Streikfrust führt zu echtem Unmut, der in den harmonisierten Straßenumfragen des Fernsehens kaum noch eine Entsprechung findet.

Standardbild

Während im öffentlich-rechtlichen Rundfunk das journalistische Gebot der Ausgewogenheit oft noch für ein wohlwollendes Echo gegenüber Streikenden sorgt, sieht die Realität in den eigenen vier Wänden anders aus: Da wird nicht lange nach Verständnis gesucht, da wird schlichtweg geschimpft. Die Kluft zwischen dem medialen ‚Zuspruch‘ und dem privaten Unmut wächst mit jedem weiteren Streiktag.

Elon Musk droht mit Investitionsstopp in der Tesla-Gigafabrik Grünheide, falls die IG Metall die Betriebsratswahl gewinnt. Dies wird als Triumph des autoritären Silicon-Valley-Kapitalismus über die deutsche Mitbestimmungskultur und als Kapitulation des Rechtsstaats betrachtet. Musks Methoden, wie Hausbesuche bei krankgeschriebenen Mitarbeitern und Kündigungen von Betriebsräten, werfen erhebliche rechtliche Fragen auf (Quelle).

Das ist kein Einzelfall – auch im Inland zeigt sich, als wollten viele einfach nicht begreifen, dass eine weitere Zeitenwende im Gange ist. Es gibt wieder über drei Millionen Arbeitslose. Tendenz steigend. Es war schon mal schlimmer, kann man anmerken. Allerdings befinden wir uns in den Konsequenzen der strukturellen Krise der Deutschland AG erst am Anfang einer möglicherweise exponentiell steigenden Kurve (KI!) und die politische Unfähigkeit, die richtigen Maßnahmen (sprich Reformen) auch nur anzugehen.

Die Gewerkschaftsfunktionäre ficht das allerdings offenbar nicht an. Kein Stück! Cockpit macht ihr Ding, UFO auch, und der Rest scharrt auch mit den Füßen. Die Bahn wird ohnehin wieder bestreikt. Auch, weil der alte Gewerkschaftschef, Weselsky, seine Nachfolger als Weicheier bezeichnet? 😜 Von Verdi und dem Einfluss solcher Supergewerkschaften möchte ich gar nicht erst anfangen.

Das passt für mich nicht zusammen, was gesellschaftlich abgeht. Es geht doch hier nicht mehr um den Ausgleich von Inflationsraten. Es geht um Ansprüche. Und das angesichts einer wirtschaftlichen Lage, die ein beängstigend stabiles Negativniveau anpeilt. Schließlich sind wir in Deutschland. Das Land, in dem jahrzehntelang die Gewissheit vorherrschte, dass der Staat gewisse Fehlentwicklungen mit viel Geld zugeschüttet hat. Daraus ist eine fatale Abhängigkeit erwachsen, die für zu viele Menschen in unserem Land etwas Selbstverständliches geworden ist.

Ich weiß, wir Rentner bekommen bald schon wieder einen ordentlichen Schluck aus der Pulle. Über 4 % Rentenerhöhung. Ich habe gut reden.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

2 Kommentare zu „Streiklust vs. Alltagsfrust: Eine exklusive Wahrnehmung?“

  1. Es ist noch viel krasse. Heute findet das Mileifanfestival in Sachsen-Anhalt statt. Die Vermögenden beraten darüber, wie sie hier ein krasseres Argentinien aufstellen können.

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