Das braucht Zeit und einen Willen zum Widerstand

von: Horst Schulte

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Der Markt soll doch bekanntlich alles regeln. Jedenfalls, wenn man der Partei folgt, die Gott sei Dank inzwischen im Bundestag nicht mehr präsent ist. Dabei wäre eine liberale Partei nötig, die aber eben nicht. Frau Strack-Zimmermann wirkt diesbezüglich nicht mehr so sicher.

Wenn ich sehe, was die Hälfte der Amis (Trumps Wähler) sich erlauben, fällt mir gleich wieder mein persönlicher Bezug zu dem auf, was amerikanische »Lebensart« genannt wird. Was scherte es mich, als Kind, Teenager oder junger Erwachsener, Produkte und Dienstleistungen der Amis zu benutzen? Erst spät wurde mir bewusst, in welche Abhängigkeit wir Europäer im Hinblick auf US-Technologie geraten sind.

Können wir darauf verzichten? Sollten wir vielleicht sogar darauf verzichten? Angesichts der neusten Entwicklung frage ich mich, ob ein: »Kauft nicht bei Amerikanern«, eine unselige Renaissance einer Zeit ist, in der solche Forderungen erhoben wurden. Mit Embargos hat man es schon zu häufig probiert, um deren Unzulänglichkeiten und Unwirksamkeit nicht zu sehen!

Gibt es brauchbare Alternativen zu den US-Produkten? Wahrscheinlich – und es werden mehr. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und komme zu dem Schluss: Solange wir in Europa keine adäquaten Angebote über Produkte und Dienstleistungen unterbreiten können, müssen wir Verbraucher uns damit abfinden, denen unser Geld in den Arsch zu schieben. Es ist ein Kreuz. Die Lage zeigt glasklar, wie existenzgefährdend die Abhängigkeiten nicht bloß in Richtung Russland, sondern längst auch gegenüber den Amerikanern sind.


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9 Gedanken zu „Das braucht Zeit und einen Willen zum Widerstand“

  1. Europa/D waren viel zu langsam, sonst gäbe es hier schon u.a.EU Social Media oder eine Art EU Amazon, es ist zum Heulen!

    Es sieht weiterhin nicht danach aus, als ob so etwas zeitnah kommen würde.

  2. Das Strazi die Munition ausgeht, wenn der werte Hausherr hausieren geht und im Nebensatz noch die Nuland (»Fuck the EU!«) gibt, kurz nachdem er sich, nicht nur europaweit über die Ukraine verbraten hat lassen, ist eher wenig verwunderlich.
    Verwunderlich ist eher, warum solche Leute in die höchsten Positionen geraten. Ach ja, den konnte man ja sogar wählen. Hat ja zum Glück kaum einer getan.

    Abhängkeiten sind hingegen mitnichten Zufallskonstrukte. Frage mal einen Schöffen.
    Das eine ist Nötigung und das andere Sucht.
    Im Falle Deutschlands ist es eine Krankheit. Also Sucht.
    Kein Mensch wird dazu getrieben, sich Heroin zu injizieren.

    Die Fehler begannen schon zu Vorwendezeiten. Anstatt sich des technischen Potenzials bewusst zu sein, hat man gerade hier geschaut, wie man das weg bekommt.
    Unvergessen die Doku 1988 vom WDR, wo Westfalen stolz drauf war, seine fähigsten Entwicklertalente in die USA abzuschieben. Allerdings konnte man als Teeny schon mal schwärmen, wie das so sein kann, wenn eine Firma mal Interesse bekundet. Führerschein mit 16, 7er BMW mit Sonderaustattung in Leder und alle 2 Wochen Flug mit der Concorde mit Mach 2 rüber in die Juneitet Steht`s. Bis man halt nicht mehr zurück kommt. Warum auch? Perspektive gibt es nur anderweitig.

    Zur gleichen Zeit haben deutsche Ingenieure gerade mal so die Welt vorm Ozonloch bewahrt, indem sie FCKW mal kurz durch kostengünstige Alternativen ersetzt haben.

    Was hat Deutschland draus gemacht? Denen ein Danke spendiert und den Rest den Amis zur Verwertung vermacht.

    Ein bisschen später fiel die Mauer und man beschloss großflächig Glasfaser in der Sonderwirtschaftszone Ost zu verlegen, die alerdings nie genutzt werden konnte.

    Schon in den 80ern war Deutschland führend im Bereich der Solarzellen. Leider war die Energieeffizienz noch vergleichsweise niedrig und die Produktion teuer.

    Daran wollte man 200X anknüpfen und beschloss aufrgund der neuen Energieffizienz die Solartechnik zu fördern und sourcte dann sowohl Know How, wie auch Produktion aus.

    Ebenfalls in den Millenials mussten sich die Amis noch Mühe geben uns (mit großem technischen Aufand) abzuschnorcheln. Der NSA-Skandal hatte nie Konsequenzen, obwohl er nicht nur Inustriespionage en gros freilegte.
    Anno 2025 findet Deutschland es richtig und wichtig und normal, dass jedes Bundesland, jede Kommune, jede Firma und natürlich auch die Regierung Amerika dafür bezahlt, jede Innovation, jede Kunstfertigkeit, jedes Staatsgeheimnis und jede Liebesaffäre sofort bei Bestehen auf einen öffentlichen Rechner in den Staaten hoch zu laden.

    Auch jetzt hat sich Deutschland in der EU durchgesetzt und das Verbrenneraus abgewendet und ist stolz darauf. Trump hatte sich ja schon beschwert, das zuwenig Cadillacs hier rumgurken. Schauen wir also mal, wie teuer uns diese Importe kommen.

    Da Deutschland als rohstoffarmes Land immer noch komplett auf Industrie setzt, findet man außerhalb von PPS natürlich nichts an Betriebssystemen. Evtl. noch im wissenschaftlichen Betrieb, aber der wird natürlich auch von Amerika dominiert.

    Deutschland wartet immer noch händeringend auf den 1-€-Entwickler, der ihm ein neues Windows programmiert.

    Bis das der Fall ist, klebt Deutschland Stempel auf Chinateile und verhökert die um die Welt. Nur, dass sich die Welt eben immer weniger darum schert.

    Freiheit definiert der Deutsche, wenn der hiesige Steuerzahler die Werke von Intel, Nvidia, AMD & so mit der nächsten Generation bezahlt und beim großen Bruder um Erlaubnis bitten darf, die Produkte auch hier einzusetzen.
    Man muss ja auch an die Arbeitsplätze denken.
    Das seine Lebensmittel und sogar sein Bier komplett in Amihand sind, gibt ihm keinesfalls zu denken. Das ist ja immer gut gegangen. Vielleicht bekommt man zu Weihnachten ja wieder was von Star Wars mit in die Tüte vom örtlichen Discounter. Natürlich nimmt man die Punkte mit. Sind ja keine in Flensburg. Haha!

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