Ressortleiter Selbstgerechtigkeit: Andreas Rosenfelders Feldzug gegen das ZDF

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Je nachdem, was Springer-Journalisten gerade verzapfen, ändern sich interessanterweise auch die Bezeichnungen der Damen und Herren. Anna Schneider z.B. ist mal Ressortleiterin Freiheit und auch mal Chefreporterin. Dann gibt’s den Andreas Rosenfelder, seines Zeichens Chefkommentator und Ressortleiter Meinungsfreiheit. Anfang Februar hat man ihm diesen hübschen Titel verpasst. Gerade noch rechtzeitig, um mit diesem einflussheischenden Titel gegen den ÖRR, insbesondere das ZDF, zu hetzen.

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TVStudio Redaktion
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Dann gibt’s noch so etwas wie »Editor für Künstliche Intelligenz«, bei »Bild« den »Chief Creative Officer« und bei Politico (alles Springer) einen »Global Editor«.

Einseitigkeit im Rahmen angeblicher Meinungsfreiheit

Nun mag man finden, dass sich das ZDF aufgrund dieses ach so schwerwiegenden Fehlers, den gefühlt alle inländischen Medien aufgenommen und ausgeschlachtet haben, dies verdient hätte. Das ist soweit legitim. Nur, speziell Springer tut halt immer so, als würden in ihrem Sammelbecken für rechts und ganz rechts keine Fehler passieren. Ich finde ja, dass allein die Existenz solcher Medien schon eine Zumutung ist.

Damit unterstreicht die WELT-Gruppe ihre Positionierung als Debattenmedium.

Quelle

Was für ein Kommentarbereich, den Welt zu verantworten hat

Allein der Blick auf den von Herrn Rosenfelder vermutlich zu verantwortenden Debatten- bzw. Kommentarbereich der »Welt« zeigt eine Einseitigkeit, die so etwas wie Meinungsfreiheit so überhaupt nicht vermuten lässt. Für echte Fans der Meinungsfreiheit wird es hier rasch eng, weil dort die Meinungsführerschaft rechter und ganz übel rechter Kommentatoren vorsichtig ausgedrückt sehr dominant ist und abweichende Meinungen häufig gar nicht erst veröffentlicht werden. Ich habe das selbst erlebt.

Und solche Leute wollen denen, die politisch eher im linken Spektrum unterwegs sind, erzählen, wie Meinungsfreiheit geht. Oder, wie z. B. den ZDF-Skandal, ganz im Sinne ihres Eigentümers und des Herausgebers bis zum Erbrechen ausschlachten.

Das mal vorneweg.

Der Sheriff der Meinungsfreiheit im künstlichen Empörungsmodus

Man muss es Andreas Rosenfelder lassen: Er beherrscht die Klaviatur der maximalen Eskalation perfekt. In seinem Text über die »verlorene Glaubwürdigkeit« des ZDF inszeniert er sich als der einsame Hüter der reinen Lehre, während er gleichzeitig eine rhetorische Abrissbirne gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwingt. Dass dem »Heute Journal« mit den KI-Bildern ein kapitaler Bock unterlaufen ist, bestreitet niemand – nicht einmal das ZDF selbst. Doch was Rosenfelder daraus macht, ist kein Journalismus, sondern eine strategische Exekution.

Die Personalisierung des Bösen

Besonders entlarvend ist der verbissene Fokus auf Dunja Hayali. Aber wir wissen: Das kommt bei Springers Klientel immer gut an!

Rosenfelder arbeitet sich an privaten Social-Media-Videos ab, um eine erfahrene Journalistin zur »exemplarischen« Faktenfeindin zu erklären. Das ist kein Zufall, sondern System: Man pickt sich die prominentesten Gesichter heraus, überzieht sie mit Häme und konstruiert daraus einen moralischen Verfall des gesamten Apparats. Dass eine Moderatorin selten diejenige ist, die im Videoschnitt die Verifikation jedes einzelnen Frames vornimmt, wird dabei geflissentlich ignoriert. Es geht nicht um Aufklärung, sondern um das Gesicht auf der Zielscheibe. Seite an Seite mit der AfD und ihren publizistischen Unterstützern.

Der Relotius-Vergleich als rhetorische Nebelkerze

Wenn Rosenfelder vom »Relotius-Moment des ZDF« schreibt, verlässt er den Boden der seriösen Kritik endgültig. Einen systematischen Betrug durch erfundene Biografien mit einem – wenn auch gravierenden – Fehler in der Bildredaktion gleichzusetzen, ist hochgradig tendenziös. Es dient lediglich dazu, das Schlagwort »Lügenpresse« in ein bürgerliches Gewand zu kleiden. Der »Ressortleiter Meinungsfreiheit« nutzt seine Freiheit hier vor allem dazu, die Grenze zwischen berechtigter Kritik und destruktiver Kampagne bis zur Unkenntlichkeit zu verwischen.

Systemkritik mit der Brechstange

Am Ende geht es Rosenfelder nicht um bessere Standards im Umgang mit KI, sondern um die Delegitimation eines Konkurrenten. Er zitiert genüsslich Leaks von Portalen wie »Nius«, um den ÖRR als einen Hort der »Haltung« zu brandmarken, während er selbst aus einem Glashaus wirft, das mit Springer-Logo verziert ist. Wer unter dem Banner der »Meinungsfreiheit« so einseitig und persönlich angreifend agiert, sollte sich fragen, ob er nicht genau den »Haltungsjournalismus« betreibt, den er bei anderen so lautstark beklagt.

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