Warum ich die AfD nicht als „normale“ Partei akzeptieren kann

Warum die AfD anders als eine „normale“ Partei ist – und warum wir ihre rassistischen und illiberalen Tendenzen klar benennen müssen.

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Ich habe eine starke Meinung gegen die AfD. Natürlich kenne ich auch Menschen, die ich als Nazis bezeichnen würde. Manchmal frage ich mich, ob ich das Wort »Nazi« vielleicht zu schnell benutze. Für mich ist nicht jeder, der die Migrationspolitik kritisiert, ein Nazi. Aber wenn jemand sagt, dass die Menschen in Gaza das Leid verdient haben, das Netanjahu und seine Regierung ihnen zufügen, zeigt das für mich einen tiefen Hass auf Palästinenser – und auf alle Araber. Das ist Rassismus. Und wer so denkt, verdient für mich diese Bezeichnung. Solche Ansichten hören wir leider viel zu oft von Vertretern der AfD.

Man braucht kein Gutachten des Verfassungsschutzes, um die rechtsextremistischen Tendenzen innerhalb der AfD zu erkennen. Aber weil wir in einem Rechtsstaat leben, müssen wir uns an die Regeln halten – auch wenn manche diese Regeln lieber nach dem Vorbild Viktor Orbáns umdeuten würden. Deutschland ist ein liberaler, freiheitlicher Staat. Und genau das ist es, was die AfD infrage stellt.

Warum die AfD trotzdem an Zuspruch gewinnt

Die Umfragen zeigen: Die AfD liegt im Aufwind. Viele Menschen sehen in ihr eine Alternative, weil sie das Gefühl haben, dass die etablierten Parteien ihre Sorgen ignorieren. Aber was passiert, wenn wir die AfD als »normale« politische Kraft akzeptieren? Wenn wir vergessen, was aus illiberalen Demokratien werden kann?

Ein Blick ins Programm der AfD hätte schon lange die Augen öffnen sollen. «Neoliberal» wäre noch das harmloseste Urteil. Stattdessen finden sich dort Forderungen, die unsere Demokratie aushöhlen könnten. Besonders im Osten Deutschlands stoßen solche Ideen auf fruchtbaren Boden. Die Frustration ist groß, und manche sehnen sich nach einem «starken Staat» – ohne zu bedenken, wohin das führen kann.

Zwischen Verzweiflung und Illusionen

Warum glauben Menschen, die AfD könne bessere Lösungen bieten als die demokratischen Parteien? Vielleicht, weil sie die Mechanismen faschistischer Regime nie wirklich verstanden haben – oder weil sie die Gefahren schlicht verdrängen. Die Geschichte des Dritten Reichs sollte uns eine Warnung sein. Doch stattdessen wird die AfD für manche zum Werkzeug, um den etablierten Parteien «zu zeigen, wo es langgeht».

Doch was, wenn dieser «starke Staat» am Ende nicht fürsorglich, sondern unterdrückend ist? Was, wenn die illiberale Demokratie nur der erste Schritt zur Abschaffung der Demokratie selbst wäre?

Wir müssen wachsam bleiben

Die AfD ist keine Partei wie jede andere. Sie steht für eine Politik, die Menschen ausgrenzt und die Grundwerte unserer Gesellschaft infrage stellt. Es ist unsere Verantwortung, das klar zu benennen – und uns für eine offene, tolerante Demokratie einzusetzen.


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4 Gedanken zu „Warum ich die AfD nicht als „normale“ Partei akzeptieren kann“

  1. Selbst wenn man es nicht hinbekommt, mal 100 Jahre zurückzudenken … man muss doch noch mal über den großen Teich schauen. Und wenn das zu uns rüber »schwappt« wie andere Entwicklungen auch … na dann gute Nacht.

  2. Demokratie ist ein mühsamer Prozess. Viele Menschen glauben, Probleme wären schneller und besser in einer Oligarchie oder in einer Autokratie zu lösen. Das erinnert mit an die Sprüche der Vorgeneration; man hatte Respekt vor der Obrigkeit, weil die vermeintlich schlauer waren. Ich habe immer noch den Spruch im Ohr:»Misch dich da nicht ein, Politiker wissen das besser als du.«

    Nein, wissen sie nicht. Merkwürdigerweise hat das Internet die Situation nicht verbessert, davon war ich seinerzeit fest von überzeugt. Wenn erst jeder Zugang zu dem Weltwissen hat, so meine naive Ansicht, werden wir alle in Frieden und Freude leben können. Heutzutage wird wieder nach dem »starken Mann« gerufen. So kann an sich täuschen.

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