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Wenn die Amis nicht Gewehr bei Fuß stehen

Ich kann Donald Trump kaum mehr ertragen. Seine zur Schau getragene Dummheit und Borniertheit stehen in einem derart starken Kontrast zu seiner Selbstgefälligkeit, dass mir der Kamm schwillt, wenn er nur am Bildschirm auftaucht.

Für seine Erscheinung kann keiner etwas, aber in Trumps Fall passen das fiese Aussehen und negative Charaktereigenschaften so gut zusammen, dass sie den Vorgaben für die Rollenbesetzung in minderwertigen Hollywood – Gangsterfilmen voll entsprechen könnten. Da werden Gangsterrollen von Leuten dieser Art besetzt und der Zuschauer weiß sofort, wer der Böse ist.

Demokratisch gewählter Milliardär

Dass er überhaupt Wählerinnen und Wähler hat und Leute, die ihn gut finden, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Wie sehr muss ich von unserer links-grün-versifften Presse indoktriniert sein, um das zu denken? Ich sollte mir bei Roger Köppel, Weltwoche, Rat holen. Der findet Trump ganz tippi toppi. Nun, Köppel halt. Der redet ja auch mit solchen Menschen wie Steve Bannon bzw. holt sie sich nach Zürich.

Trump muss sich wegen der Aufgabe der US-Militärpräsenz in Nordsyrien verteidigen. Als gestern in den Nachrichten ein Teil seines Statements gesendet wurde, fiel mit der Kiefer herunter. Trump entschuldigt seinen Verrat an den Kurden damit, dass sie den USA in der Normandie nicht beigestanden hätten.

Der Mann ist also auch ein As in kurdischer Geschichte! Wo genau liegen nur die besonderen Stärken Trumps? Halt, ich weiß es! Er ist Milliardär. Ohne seine Dollars hätte dieser Mann die Position nie erreicht. Nur – das gilt vermutlich für die allermeisten amerikanischen Präsidenten der Geschichte.


So, jetzt ist mal gut.

Ich versuche jetzt – so schwer es fällt – den Blick zu weiten.

Haben viele Europäer, vor allem wohl wir Deutsche (die Linken), die Amerikaner nicht immer als Kriegstreiber bezeichnet und eifrig Listen angelegt, welcher Konflikt von ihnen angezettelt wurde und welche Umstürze die CIA in den vergangenen Jahrzehnten zu verantworten hätte? Ich würde sagen, es gab viele Interventionen der Amerikaner und nur ganz wenige von den bösen Russen (bis Putin kam).

Jetzt ist Donald Trumpski am Ruder und stellt unsere gelernte Bräsigkeit auf die Probe.

Wie? wir sollen Verträge einhalten und 2% unseres Bruttoinlandsprodukts für Militärausgaben verwenden? Das mit den Verträgen legen wir doch sonst immer so aus, wie es uns gerade passt. Das sieht man unter anderem auch an der Ernsthaftigkeit mit der wir (unsere Regierung!) an Erfüllung der Vorgaben des Pariser Abkommens zum Klimaschutz herangehen.

Souveränes Deutschland ganz unsouverän

Es ist ein Kreuz! Deutschland ist angeblich seit der Wiedervereinigung ein souveräner Staat. Aber daran haben wir uns auch nach 30 Jahren nicht gewöhnt.

Wir! und Verantwortung tragen? Wieso denn? Dafür haben wir nicht das Personal. Selbst Minister mit politisch zweifelhaftem Leumund (von der Leyen oder Scheuer) fürchten weder Merkel noch Teufel und bleiben im Amt. Falsch – manchmal kriegen sie ein anderes hoch- und höher dotiertes Amt.

Trump zieht sich, wie er versprochen hat, aus den Kriegsgebieten im Nahen Ost zurück. Seine Absichten sind auch für seine Gegner deutlich erkennbar. Er will seine Versprechen einlösen. Das hat er übrigens auch an ganz anderen Baustellen (leider) schon so exerziert.

Es geht langsamer, als er es sich vorgestellt oder gewünschte hatte, aber er bleibt dran. Ob Afghanistan, Irak oder – bis zuletzt – Syrien. Er hat den Rückzug us-amerikanischer Truppen aus dieser Region weiter auf dem Zettel.

Wenn sich die Lage im Iran beruhigen ließe, würde er seine Soldaten aus dem Irak abziehen. Wie es mit Afghanistan weitergeht, bleibt unklar. Viel hängt jetzt auch davon ab, ob sich nach Trumps Truppenabzug aus Syrien der IS womöglich wieder erholt und neue Probleme machen wird. Durch seine Schuld, wenn man so möchte.

Erdogan stoppen

Ich glaube, viele Leute in Deutschland sehen den von Erdogan angezettelten Krieg vor allem deshalb kritisch, weil dieser die Gefahr heraufbeschwört, dass eine neue Flüchtlingswelle Richtung Europa in Gang kommt. Wir machen demnach also vor allem deshalb Trump zum Buhmann, weil er Erdogans Aggression eigentlich erst ermöglicht hat.

Wenn das ein wichtiger Beweggrund war, müssten wir Europäer eigentlich alles daran setzen, die Türken an diesem Krieg gegen die Kurden zu hindern.

Aber was unsere Regierung und die anderen Europäer machen, ist so beschämend. Wir sollten deshalb einfach den Mund halten und nicht Trump noch dafür verantwortlich machen, dass wir unserer Verantwortung nicht nachkommen.

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Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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