Gesellschaft   ·  2 Min.

„Rassismus gegen Weiße“ ist ein Kniff

Ist die Aussage „Rassismus gegen Weiße“ Whataboutism oder ein berechtigter Vorwurf, dem Rechnung werden sollte?



Es gibt diesen Begriff vom „Rassismus gegen Weiße“. Heute hat er es mal wieder in die Twitter – Trends geschafft. Er ist offenbar als Antipode zur hitzigen Rassismus-Debatte gedacht, die in Deutschland zurzeit geführt wird. Weiße bzw. Bio-Deutsche sollen also diejenigen sein, die vom Rassismus betroffen sind. Die Lust sich mit Definitionen zu befassen, ist nicht vorhanden.

Wir reden hier von einem Begriff, unter dem wir, die Weißen, uns zu wenig Konkretes vorstellen können. Das kommt daher, weil wir persönlich mit Rassismus nichts zu tun haben. Die meisten sagen, sie seien nicht rassistisch. Uns trifft Rassismus nicht, sondern schwarze Menschen und POC. Es ist aber nicht alles in Ordnung, nur weil wir nicht die Leidtragenden sind, wenn es um Rassismus in seinen vielen Facetten geht.

Mit dem, was die Älteren von uns bei „Roots“ mitgenommen haben, hat das nichts mehr zu tun.

Wir sollten deshalb zuhören. Sinnvollerweise wären wir erst einmal still und dächten anschließend über das nach, was wir gehört haben. Nachdem wir das ausgehalten haben, ergibt sich wahrscheinlich ein neuer Zugang zu dem, was mit so vielen Emotionen aufgeladen ist.

Ich neige auch dazu, so zu reagieren, wie andere es unter dem Hashtag #RassismusGegenWeiße getan haben. Da ich zu den Spontan-Bloggern zähle, sind die Belege meiner Ambivalenz hier abrufbar.

Rassismus gegen Weiße
Bild von Madhana Gopal auf Pixabay

In unseren Schulen, in denen bio-deutsche Schüler von „MitschülerInnen“ anderer Herkunft physisch gequält und psychisch unterdrückt werden (diese Fälle sind dokumentiert), wird darüber nicht laut genug geredet! Auch nicht in der Gesellschaft, sondern hauptsächlich in den Kreisen, die als rechtsextrem oder rechts gelten. Es sind echte Probleme, die nicht gelöst wurden! Wenn jugendliche Migranten ältere BürgerInnen auf dem Trottoir bedrängen bzw. nicht daran denken, etwas Platz zu lassen, ist so eine weitere Erfahrung und -eigenartigerweise- viel Schlimmer, als wenn es bio-deutsche Jugendliche gewesen wären.

Wenn Migranten sich an deutschen Frauen vergehen ist (Köln, Freiburg u.s.w.) empfinden nicht nur weiße, alte Männer Abscheu und Ekel. Sie äußern ihn. Unter linken Aktivisten wird es nicht anders sein. Aber sie drücken das nicht so aus, wenn sie sich (aus Gründen) überhaupt dazu äußern.

Wenn wir Kommentare wie „Eure Heimat, unser Alptraum“ von schwarzen Aktivisten lesen, werde ich wütend. Wenn es in einem Text eines Journalisten mit Migrationshintergrund heißt: „Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal“ oder „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“.

Besonders erfreulich: Die Einwanderer, die jahrelang die Geburtenziffern künstlich hochgehalten haben, verweigern sich nicht länger der Integration und leisten ihren (freilich noch steigerungsfähigen) Beitrag zum Deutschensterben.

Kolumne Geburtenschwund: Super, Deutschland schafft sich ab! – taz.de

Es war Satire. Sie war als solche aber nicht gekennzeichnet und deshalb nur für Menschen erkennbar und „geeignet“, die mit einem speziellen (linken) Humor und die mit einem höheren IQ ausgestattet sind. So wird das behandelt in Deutschland. Das weckt Widerspruch, der auch nach Jahren trägt.

Solche Beispiele sind es, die viele an der Diskussion stören.

So etwas als Rassismus gegen Weiße ist aber so krass daneben, dass ich empfehlen möchte, sich die guten einschlägigen Artikel und TV-Beiträge zum Thema anzusehen. #Rassismus ist etwas ganz anderes. Wir dürfen nicht so tun, als seien die Diskussion zum Alltagsrassismus unnötig und deshalb unerwünscht. Obwohl sie ab und an Blüten treibt, die zu kritisieren und zu bedenken sind.

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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