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Bald an erster Stelle der Ukraine-Unterstützung? Immerhin: Der Kanzler lächelt über Selenskyjs Bemerkung.

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Wir sind nicht sicher, ob wir nun an 2. oder 3. Stelle der Unterstützer der Ukraine liegen. So was, also solche Rankings, sind ja so wichtig für uns! Wie hoch ist eigentlich der deutsche Anteil der Unterstützung durch die EU? Ist das mal sauber zu ermitteln?

Selenskyj sagte bei der soeben beendeten Pressekonferenz mit dem Kanzler, dass er daran arbeitet, dass Deutschland sich auf die 1. Position der Unterstützer seines Landes entwickelt. Diplomaten und Politiker werden solche Ziele vermutlich als ambitioniert bezeichnen. Ehrliche Reaktionen erwarte ich jedenfalls nicht. Na, versuchen Sie es doch bitte einmal, Herr Lindner. Sie haben doch hoffentlich noch Ihre Prioritäten?

Wie zuvor erwähnt, wir sind nicht sicher, ob wir an 2. oder 3. Stelle des solidarischen Wahnsinns liegen oder was das Lächeln des Kanzlers ob dieser Selenskyj-Äußerung bedeutet.

Sicher ist, dass wir beim ESC wieder mal den Letzten gemacht haben. Eine Ahnung hatte mancher. Insofern war das keine ganz schwierige Voraussage. Die Annäherung der Qualität des Vortrages, sowie in musikalischer als auch in kleidungstechnischer Hinsicht an osteuropäische Beiträge der vergangenen Jahre, hat nichts gebracht.

Und wir haben ja Erfahrungen mit dieser Position.

Böhmermann platzierte einmal mehr eine im Sinne seiner Fans sicher gelungene Provokation – jedenfalls gewisser Teile der deutschen Zuschauer. Er stellte nämlich fest: „Gott, wie müssen die uns hassen!“

Das hindert „uns“ nicht daran, im Ranking der Geldgeber des ESC die Top-Position zu beziehen. Da haben wir sie wieder, die deutsche Priorität. Liebe kann man nicht kaufen, hieß es doch immer.

Die Frage nach dem Warum stellt bei solchen Gelegenheiten längst keiner mehr. Wir haben es ja. Wenn Baerbock durch die Welt reist und vom Klimawandel besonders betroffenen, bedürftigen Ländern milliardenmäßige Unterstützung aus unserem Budget zur Verfügung stellt, weiß man zumindest unterbewusst, was die anderen von uns halten: Dieses Deutschland hat wenig liebens- und schätzenswertes. Aber Geld haben die. Nun, noch jedenfalls.

Quelle Featured-Image: HorstSchulte.com
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Horst Schulte
Herausgeber, Blogger, Autor und Hobby-Fotograf
Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 70 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Meine Themen sind Politik und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und ein wenig mehr.

4 Gedanken zu „Bald an erster Stelle der Ukraine-Unterstützung? Immerhin: Der Kanzler lächelt über Selenskyjs Bemerkung.“

  1. Das Schlimme ist ja, dass alle kämpfen und jeder für sich auf der richtigen Seite. Dabei fällt kein Mensch für eine freie Ukraine oder ein freies Russland. Mäuse im Versuchslabor.

  2. Pazifismus war eine Weile lang hoffähig. Jetzt steht darauf wieder die mediale Todesstrafe. Also machen alle mit bei diesem Irrsinn, der Krieg genannt wird. Das hört nie auf, solange es Menschen gibt.

  3. Wir hatten das zweifelhafte Glück, Dekaden des Friedens zu erleben..
    Es ist also in Teilen zumindest möglich. Leider ist Frieden auch eine kulturelle Leistung.

  4. Zweifelhaft war aus meiner Sicht nichts daran. Auch, wenn die eingesetzten Mittel durchaus zweifelhaft gewesen sind. Ich spreche von Abschreckung unter Einbezug von Atomwaffen. Keine Ahnung, warum die Menschen (vor allem in Europa) jetzt so einseitig denken. Was zum Teil geschieht, zeigt, dass viele im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst haben. Dazu zählt auch, dass es nicht vorrangig um moralische Bewertungen von Verbrechen geht, sondern noch immer vor allem um die Wahrnehmung von Interessen – auch oder vor allem der eigenen. Das wäre die Aufgabe unserer Regierung.

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