Von welchen Dingen sich die Leute in diesen Zeiten aufputschen lassen, ist kein Nachweis besonderer VerstĂ€ndigkeit. Sind wir alle doof? Immer bieten uns die Polen Papier fĂŒr unsere Wahlzettel an. Aber hey, das ist nicht nötig. Die Papierindustrie hat sich gemeldet. Es ist alles ok. FĂŒr die Wahlen reicht das Papier aus.
Wer allerdings glaubt, der Zirkus wĂ€re vorbei, hat die Rechnung ohne den zukĂŒnftigen Regierungschef gemacht. Die Union zitiert Frau Dr. Brand vor den Innenausschuss des Bundestages. Die GrĂŒnen werfen der Union schĂ€biges Verhalten vor. Tja, was hat diese Oppositionspartei (jetzt mit 34 % kurz vor der RegierungsĂŒbernahme) ansonsten schon getan in den letzten 3 Jahren. Nur herumstĂ€nkern und alles miesmachen. Das war die âkooperativeâ Arbeit von Merz, Linnemann und Konsorten.
Ausgerechnet die âWeltâ, die andere rechte Medien nach KrĂ€ften dabei unterstĂŒtzt hat, aus Deutschland ein fremdenfeindliches Land zu machen, beklagt nun das herbei gehetzte Resultat.
So wie Kaminski geht es vielen Zuwanderern. Laut AuslĂ€nderzentralregister zogen im vergangenen Jahr 1,6 Millionen auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger nach Deutschland, zugleich haben rund 805.000 das Land aber wieder verlassen. Eine hohe Abwanderungsquote ist in einem Einwanderungsland grundsĂ€tzlich normal, kann aber problematisch werden, wenn ausgerechnet dringend benötigte FachkrĂ€fte dem Land den RĂŒcken kehren.
Wir sind nicht erfolgreich dabei, die Migrationsbewegung von der dringend nötigen Gewinnung (Rekrutierung) auslĂ€ndischer FachkrĂ€fte zu trennen. DafĂŒr wirken die Diskussionen im Land auf alle, die âmithörenâ so abstoĂend, dass wir uns jetzt nicht ĂŒber dieses Ergebnis wundern sollten. Wer nicht willkommen ist, wird keinen Bock darauf haben, seine Arbeitsleistung und seine Lebenszukunft an Deutschland zu orientieren.
Vielleicht schafft die neue Regierung Abhilfe. Die Unionsgranden wissen und können bekanntlich alles besser als die Kollegen von der Ampel. Obwohl die weiter die Abweisung illegaler Migranten an unseren Grenzen als Allheilmittel verkauft bekommen? Das Volk sieht das pragmatisch: Hauptsache, die AuslÀnder werden weniger.
Um MissverstĂ€ndnissen vorzubeugen: Ich spreche mich dafĂŒr aus, dass die Migration stark begrenzt wird und das auf allen möglichen Ebenen. Vielleicht geht das nicht, ohne die Wirkung, die jetzt (auch von mir) beklagt wird? Ich wĂ€re zufrieden gewesen, wenn unser Land nach den sehr zahlreichen AnlĂ€ssen wenigstens gelegentlich zu Konsequenzen und nachvollziehbaren und signalgebenden MaĂnahmen gekommen wĂ€re.
Aber nein, die Messerstecher und Vergewaltiger werden oft nur zu milden Strafen verurteilt und können (noch immer nicht) abgeschoben werden. In einem Land, in dem die eigenen BĂŒrger sich oft nicht mehr sicher fĂŒhlen, darf man sich nicht wundern, wenn AuslĂ€nder dieses Risiko von vornherein vermeiden.
Wenn die Union das Zepter ĂŒbernimmt, wird sie die bisherige Klimapolitik zumindest in groĂen Teilen in die Tonne klopfen. Das hat Merz bereits angekĂŒndigt. Oder habe ich unter anderem seine Aussagen hinsichtlich des Ersatzes von WindrĂ€dern missverstanden? Er will stattdessen kleine niedliche Atomkraftwerke bauen. Das sieht â so Merz â einfach hĂŒbscher aus. Wenn ich mir vorstelle, dass die Politik einer neuen Bundesregierung so aussieht, bekomme ich gewaltige Luftnot. Menschen kĂ€mpfen um ihr Ăberleben, weil der Planet uns Menschen mehr und mehr die Lebensgrundlagen nimmt und der Union fĂ€llt nichts Besseres ein, als auf dem Absatz umzudrehen und einer ohnehin nicht konsequent durchgefĂŒhrten Klimapolitik den Stinkefinger zu zeigen. Alles fĂŒr die Wirtschaft, alles fĂŒr die Bonzen. So war das immer und offenbar hat sich daran nichts geĂ€ndert. Trumps Klimapolitik trifft in der neuen deutschen Regierung auf folgsame JĂŒnger. Der kippt die Klimapolitik aus den gleichen GrĂŒnden wie Merz. Hauptsache, die Wirtschaft floriert.
Unsere Medien scheinen einen neuen Liebling erkoren zu haben. Der heiĂt eigentĂŒmlicherweise Christian Lindner. Wie der Kanzler mit diesem tollen Finanzminister umgegangen ist, geht ja gar nicht. Jetzt hat Scholz endlich mal klare Kante gezeigt und sich und Lindner vor laufenden Kameras erklĂ€rt und schon kommen insbesondere Journalistinnen daher und beschĂŒtzen den armen Herrn Lindner vor diesem schlimmen Kanzler, der ja ohnehin die Verantwortung fĂŒr alles hat, was in der Ampel falsch gelaufen ist. Melanie Amann, Spiegel, und Julia Löhr, FAZ gehören zu denen, die in einer Einseitigkeit den Kanzler anzĂ€hlen, wie ich mir das nicht hĂ€tte vorstellen können. Die können sich zusammentun mit dieser KratzbĂŒrste aus dem Europa-Parlament. Sie wissen schon, die motorradfahrende Laut- und Vielsprecherin mit FDP-Mandat.
„Alles fĂŒr die Wirtschaft, alles fĂŒr die Bonzen. So war das immer und offenbar hat sich daran nichts geĂ€ndert“
Ich hatte schon des öfteren den Eindruck, dass das lange nicht mehr stimmt. Aktuell blockiert Merz mit seiner Konfrontationsstrategie gegen Scholz faktisch die zĂŒgige Verabschiedung der Soforthilfen fĂŒr die Industrie – dem ist sein Machtkampf wichtiger als die Wirtschaft und alles andere!
@ClaudiaBerlin: Es geht um die Macht. Da nehmen sich die Parteien alle nichts. Merz ist da keine Ausnahme. Interessanter dĂŒrfte die Politik nach den Wahlen werden, die die Union dann macht. Ich sehe dĂŒstere Zeiten und tatsĂ€chlich gravierende Einschnitte in das Sozialsystem. Da die Deutschen sich bisher immer sehr brav in ihren Reaktionen auf solche Dinge zeigten, hoffen die meisten darauf, dass es so schlimm nicht kommt. Die sollen sich mal die Wirtschaftsdaten und die damit verlorengehenden Steuereinnahmen genauer anschauen. Das wird hart.