Warum bloggt noch einer?

Blogs waren zuerst da. Das war die Steinkohle auch. Genutzt hat es ihr nichts! Es folgte etwas, das viel bequemer und erfolgversprechender war – die sozialen Netzwerke. Dass noch ein paar Schreibverrückte an ihrem Hobby, dem Bloggen, festhalten, heißt nichts.

Die sozialen Medien sind scheiß bequem ist und der Anspruch der Menschen sinkt augenscheinlich. Wie wäre sonst die Hinwendung zu Instagram & Co zu erklären?

Die Sicherheitslücken, die uns soziale Netzwerke bescheren, sollten für vernünftige Menschen ein weiteres Hindernis sein, sich dort zu tummeln. Aber was passiert?


Facebook ist immer noch groß, aber versprüht den Charme der Deutschen Telekom oder des Aufenthaltsraums im Altenheim mit seiner übermäßigen Dichte an Pöbelrentnern. RSS- und Atom sind nicht tot. Es stimmt einfach nicht! • Falk Dübbert

Ja, ich nutze die sozialen Netzwerke auch, überwiegend ausgerechnet Facebook. :-/ Das könnte am Alter (65) liegen. Ich mag die anderen Pöbelrentner dort nicht allein lassen. Soziale Kontakte sind wichtig!

Die Erfahrungen von Michael Firnkes hinsichtlich der Gegenwart der Blogsphäre (gibt es sie noch?) kann nachvollziehen.


Warum sollte ich bloggen, wenn ich in fünf Minuten einen Post oder eine Story auf Instagram veröffentlichen kann? Die dann auch noch deutlich mehr Reichweite und Interaktionen erfährt? Der Belohnungsfaktor bei Blogs, er ist mau geworden. Und wenn ich sehe, wie ich mich gerade mit Gutenberg rumschlagen muss, kann ich es ihnen nicht verübeln. Blogs sind nicht tot. Aber sie haben ein Problem. › Michael Firnkes

Firnkes spricht allerdings von anderen Bloggern; nicht von denen, bei denen ich hauptsächlich lese. Von den anderen, also von denen, die einen anderen Anspruch verfolgen, verstehe ich ja auch nichts.

Den Vorwurf „Affiliatelinks und Conversion Rates“ spielten eine überragende Rolle, kann ich für den Teil der mir „bekannten“ Blogger nicht nachvollziehen. Schon gar nicht, dass sie darüber ihren Content vernachlässigen würden. Ich habe derzeit in keinem meiner Blogs mehr irgendeine Statistik mitlaufen. Zähler von „Aktivitäten“ bilden für mich einen Frustfaktor von beträchtlicher Wirkung. Wenn man das mal erkannt hat, wird es leichter. 🙂

Ich sehe mit Freude, dass es immer noch viele erfolgreiche Blogs gibt, die nicht nur Reichweitenmessungen oder Statistik im Kopf haben, sondern die sich ohne den Schnickschnack um tolle und abwechslungsreiche Inhalte kümmern.

Natürlich weiß ich nicht wirklich, ob sie mit ihren Blogs glücklich sind. Aus der Zahl der (rückläufigen) Kommentare allein lassen sich diesbezüglich keine Rückschlüsse ziehen. Ich weiß, dass es LeserInnen gibt, die regelmäßig Blogs lesen und – wenn überhaupt – nur selten mal kommentieren oder einen Beitrag teilen. Im Ausland soll letzteres viel besser laufen.

Früher ™ hatte ich in meinen schon lange nicht mehr existierenden Blogs hin und wieder auch mal 80 oder 100 Kommentare zu einem Artikel. Das ist heute anders. Im ganzen Monat erreiche ich mit meinen 3 Blogs in Summe nicht mehr solche Werte. Umso mehr freue ich mich für andere BloggerInnen, die sich diesbezüglich nicht beschweren können. Und das meine ich ganz aufrichtig. Es zeigt nämlich, dass es geht. Allen Unkenrufen zum Trotz. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

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