Gesellschaft   ·  4 Min.

Bakdhi and Friends in neuer unsäglicher Allianz mit der kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Reinhardt, Professor Streeck und Professor Schmidt-Chanasit

Sollte die Opposition nicht gute eigene Entwürfe und Konzepte vorstellen? Warum hören wir dazu weder von der FDP noch von der AfD etwas? Sie beschränken sich lieber auf scharfe Kritik an der Regierung. Grüne und Linke tun im Grunde auch nicht mehr.

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Bakdhi and Friends haben in ihren Interviews und Videos schon vor wenigen Wochen die Pandemie für beendet erklärt. Jedenfalls, soweit sie überhaupt von einer Pandemie reden wollten. Dabei stiegen, nicht nur hier in Deutschland, die Neuinfektionen bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich an.

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Inzwischen müssen wir erkennen, dass sich die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten innerhalb weniger Tage verdoppelt hat. Sollten Bakdhi and Friends im Interesse des Gemeinwesens nicht still sein, um ihre peinlichen Auftritte möglichst vergessen zu machen? Nur — diese Größe haben sie halt nicht, wie sie auch vieles andere nicht haben.

Trotz der für uns alle so schwierigen und unsicheren Lage begibt sich just am Tag der Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten eine große Gruppe von Ärzten in einer Pose an die Öffentlichkeit, die alle erkennen lässt, dass der Fraktion der Warner und Besserwisser (ohne eigene Lösungsansätze) zum Zwecke einer außerparlamentarischen Opposition über schier unendliche Personalreserven verfügt.

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Personelles Oppositionsdilemma

Da jedoch die Parlamentarier der Oppositionsparteien angeblich ja sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, so völlig außen vor blieben und auf diese unerhörte Weise von den Regierenden übergangen – ja schlimmer noch regelrecht ignoriert wurden – passt dieser so supergetimte Vorstoß um Gassens Jungs all denen wunderbar in den Kram, die zwar keine konstruktiven Beiträge, dafür jedoch umso mehr Unfrieden stiften wollen.

Das alles freilich hübsch garniert mit Doktoren und Professorentitel. Können solche Menschen irren? Wie schlimm muss das alles sein, wenn sogar Eliteärzte aus der Phalanx der Volksbeschützer ausbüchsen? Nun, ich denke, die Antwort ist ganz einfach. Jeder will mal den Drosten, den Lauterbach oder den Kekulé geben. Mir fehlt zumindest das Gefühl, dass all diese Personen ihre Opposition aus einem anderen Antrieb heraus üben, als ihre Person in den Vordergrund zu stellen. Das gilt, wenn ich mir die heutigen Debattenbeiträge im Bundestag von Lindner (FDP) und Gauland (AfD) ansehe, für diese in ganz besonderem Maße.

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FDP und AFD ohne Alternative, dafür maximal unverschämt

Dass sich Leute von der FDP und der AfD in schönster Einigkeit vehement mit allen möglichen und vor allem dummen Vorhaltungen auf Merkels Regierungserklärung von heute reagiert haben, spottet jeder Beschreibung. Vor allem scheint es so zu sein, dass sie nicht einmal ihren Blick über die deutschen Grenzen hinaus gerichtet haben. Sonst könnten sie ihre dürftigen Argumente überhaupt nicht guten Gewissens führen.

Was soll Otto-Normalbürger aus diesem Handeln für Erkenntnisse gewinnen?

Alle höchst beunruhigten, weil natürlich gänzlich unaufgeklärten Menschen (wie Sie und ich), werden auf dieses Theater bestimmt nur gewartet haben oder wundern sich deshalb auch nicht darüber, welche Art Film in den Köpfen der Leute um Dr. Reinhardt, Dr. Gassen von der kassenärztlichen Vereinigung und ihrer Partner abläuft.

In diesen Zeiten pumpen sich all die Besserwisser, jetzt auch die Leute um Gassen, erst zur vollen Wirkung auf, so auch die Ärzte, die gestern in dieser wohlgetimten Aktion die Maßnahmen der Regierung attackiert und als übertrieben und Unverhältnismäßigkeit hingestellt haben.

Demokratieverständnis im Schlafmodus

Ich muss einräumen, dass in dieser Lage mein Demokratieverständnis doch einigermaßen gelitten hat. Es ist für mich immer noch nicht die Zeit der Opposition. Politisches Kapital sollte man für meine Begriffe erst nach dem Ende eines abgeschlossenen Kampfes gegen die Pandemie ziehen. Schließlich haben wir darüber mitentschieden, dass die jetzt Verantwortlichen genau diese Dinge für uns tun, die sie dieser Lage machen. Ich bin froh, die Verantwortung nicht tragen zu müssen. Würden Sie gerne tauschen?

Ich bin immer noch der Ansicht, dass unsere Regierung die richtigen Maßnahmen trifft. Deshalb bin ich total sauer auf all diejenigen, die aus Eitelkeit – vielleicht auch, weil sie nicht eingebunden sind in die laufenden Prozesse – mit leichtfertiger Kritik an den Menschen hervortun, die die Verantwortung zu tragen haben. Dabei ist doch augenfällig, dass neben pauschaler Kritik wirklich einleuchtende Gegenmaßnahmen, die man als Alternative zu den von den Regierungen beschlossenen verstehen darf, überhaupt nicht vorgestellt wurden.

Es ist doch kein Konzept, die Forderung aufzustellen, die Gastronomie nicht zu schließen. Würde ein erfolgversprechendes Konzept nicht bedingen, dass erst der Beweis angetreten wird, dass der Schutz hinreichend war und es deshalb keine Ansteckungen gab? Haben die gelobten und dort angewandten Hygienekonzepte Neuinfektionen verhindert? Das wird schwer werden, weil es solche Erhebungen auf internationaler Ebene nur in Form einer sogenannten Metastudie gibt.

Was wohl wäre, hätten die Regierungen von Bund und Ländern jetzt nicht den Wellenbrecher-Lockdown verfügt? Dann wäre vermutlich in 3 Wochen der Punkt gekommen gewesen, an dem unsere Intensivstationen überfordert gewesen wären. Die Anzeichen dafür, dass es so kommen könnte, werden wir in den nächsten Tagen noch vor Augen geführt bekommen. Was unter solchen Voraussetzungen die Einschaltung des Bundestages (Lindner, Gauland) hätte bringen sollen, erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick. Die Bundesebene hätte Maßnahmen ja ohnehin nicht treffen können, weil dies vorwiegend Ländersache ist. Außerdem hätte es für große Debatten im Parlament unter diesen Voraussetzungen nicht die Zeit gehabt.

Was für ein mieses Spiel Lindner gespielt hat, wird deutlich, wenn man die «Furchtlosigkeit» betrachtet, mit der er jetzt operiert, da es für ihn nichts zu verlieren gibt. Erinnern Sie sich an sein Verhalten, als er die Alternativ-Koalition nach den Wahlen 2017 verhindert hat? Solch einem Mann sollte man in Krisen nicht folgen! Dass er sich auf Gassens Jungs bezog war auch keine Überraschung. Schließlich ermöglicht das «Konzept» dieser Leute die alte FDP – Forderung, weniger Staat, mehr persönliche Verantwortung jetzt umzusetzen. Was das allerdings bringen soll, wird anhand der aktuellen Lage überhaupt nicht klar.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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