Hoffentlich werden sich die guten Nachrichten bestätigen.

Foto: Corona-Virus wütet - Pexel

Ich glaube, wir brauchen noch etwas Zeit, um die Wirkung der Omikron-Variante gesichert einschätzen zu können. Es sind die üblichen Verdächtigen, die vorwitzig und gleichzeitig herausfordernd am liebsten auf der Stelle alles abblasen würden. Dabei plustern sie sich auf wie Gockel und sie tun das in der abstrusen Gewissheit, dass ihre geneigten Leser voll zustimmen werden! Möge der Zeitpunkt jetzt auch noch so verfrüht sein, die Claqueure sind ein dankbares Volk. Toll, wenn man keine Verantwortung trägt oder das jedenfalls glaubt.

Ich selbst und meine Familie und unsere Freunde nehme die positiven Berichte selbstverständlich in großer Hoffnung auf ein baldmöglichstes Ende dieser Pandemie wahr. Gleichzeitig stehen wir noch am Anfang der Omikron-Welle, die alles in den Schatten stellt, was wir bisher an Inzidenzwerten registriert haben.

Freiheitsprinzen von Welt

Leute wie Ulf Poschardt von der Welt und einige aus der Journalistenriege in Springer-Diensten waren in der Vergangenheit erfolgreich, bei ihren ohnehin eher speziell konditionierten Lesern, den Eindruck zu verstärken, alle Coronamaßnahmen seien nichts als überflüssige Schikane verantwortungsloser Wissenschaftler, Technokraten und Politiker. Ich hörte vor ein paar Tagen zum ersten Mal davon, dass angeblich die deutschen Coronamaßnahmen im internationalen Maßstab die strengsten sein sollen.

Strikte Maßnahmen?
Datenerhebung der besonderen Art

Dass so ein Quatsch gemessen wird, finde ich besonders. Wo ansonsten kritisiert und infrage gestellt wird, operieren die, die das ständig tun, mit solchen Werten.

Vergleiche

Wenn man bedenkt, wie nahe unsere Nachbarn an diese Werte herankommen, verspricht die Erwähnung dennoch höchstmöglicher Aufmerksamkeit. Deutschland scheint besonders vorsichtig gewesen zu sein. Wie frevelhaft, wenn man bedenkt, was die Maßnahmen für Einschnitte in die persönliche Freiheit gekostet haben, sagen nicht nur Poschardt, Lanz und die FDP.

Wehe, du erlaubst es dir, über die Wirkung der deutschen Maßnahmen ein positives Wort zu verlieren. Auch im Vergleich zu anderen Ländern in Europa und auf der Welt. Nein, Deutschland hat in deren Augen stets alles falsch gemacht.

Übersterblichkeit

Gestern las ich, dass in Deutschland erstmals in einem Jahr über 1 Mio. Menschen (mehr als 1946) gestorben sind. Das lag Gott sei Dank nicht nur an Corona. Wie gemeldet wurde, lag es auch an der sich weiter ungünstig entwickelnden Altersstruktur. Wo es viele alte Menschen gibt, sterben halt auch viele. Man darf gespannt sein, wie schnell die »Statistiker« unter den Querdenkern damit herüberkommen, dass es eine Übersterblichkeit durch Corona nie gegeben hätte.

Da fällt mir ein, dass ich früher mal einen Blog hatte, den ich Querblog genannt habe. Lang ist’s her. Nicht auszudenken, wenn der noch aktiv wäre.

Das war noch in den besseren Zeiten. Ob heute immer noch behauptet werden kann, dass früher ™ nicht alles besser war? Ich sag es jedem, der es hören will oder nicht: Früher ™ war einfach alles besser! Vor allem die Stimmung.

Scherbenhaufen

Wir können uns (hoffentlich) also schon mal darauf vorbereiten, dass wir vor einem riesigen Scherbenhaufen namens Corona-Folgen stehen, und natürlich nicht bloß in ökonomischer und sozialer Beziehung.

Dann werden diejenigen noch einmal ganz groß herauskommen, die es schon immer (besser) gewusst haben als all die, die in Verantwortung standen und das taten, was ihr Job ist. Ich gehe davon aus, dass nach dem vorläufigen Ende der Pandemie manche Politiker über die Klinge derer springen werden, die das Gejaule nach Verantwortung für »die ganzen Fehler«, die während dieser Zeit gemacht wurden, dann noch einmal so richtig anstimmen werden. Ich kann nur hoffen, dass diese Demokratie stark genug ist und sich in dieser bisher sehr schwachen Regierung noch ein paar Persönlichkeiten finden, die verantwortungsbewusst handeln und tatsächlich mal so was wie Führung zeigen. Von Olaf Scholz würde ich das im Moment nicht erwarten. Wo ist der eigentlich?

Die Asozialen

Eins wünsche ich mir unbedingt für die Zeit nach der Pandemie. Nämlich, dass wir endlich in uns gehen und die asozialen Netzwerke mit aller Macht in ihrer Willkür, andere nennen das Meinungsfreiheit, einschränken. Wir brauchen eine funktionierende Regulierung dieser in meinen Augen demokratiezersetzenden Kraft der asozialen Netzwerke. Aber dieses »Spielzeug« ist ja sogar denen zu wichtig, die ansonsten so tun, als sei das Thema Datenschutz bei ihnen in den allerbesten Händen.

Demokratie

Dabei haben sie mit dazu beigetragen, dass sich etwas etabliert hat, das aus meiner Sicht zur größten Gefahr für die Demokratie geworden ist. Nun gibt es ja bei uns nicht gerade wenige, die überzeugt davon sind, dass Deutschland keine Demokratie sei. Die organisieren sich weiter und machen ihre Spaziergänge. Das haben sie raus. Wie sie unseren Staat samt denen, die sie gern auch als Schlafschafe bezeichnen, vorführen, ist nicht hinnehmbar. Bei allem Respekt, ein paar Omas gegen Rechts werden nicht ausreichen, um den Spaziergängern einen frischen Wind ins Gesicht zu blasen. Nichts gegen solche Initiativen. Aber gegen die Sparziergänger müssten viel mehr Leute aktiv protestieren. Dass es dazu nicht kommt, sondern höchstens ein paar versprengte Grüppchen wehrhafter Leute zu sehen gibt, muss einem zu denken geben.

Werte

Ich stänkere darüber, dass unser Land sich immer auf irgendwelche Werte beruft. Auf die eigenen oder auf die der EU. Heute wurde das Unwort des Jahres bestimmt. Es heiß Pushback und steht für einen dieser Werte der EU.

TitelFoto: Corona-Virus wütet - Pexel
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