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Klimaskeptiker-Behauptungen: Windräder und die Schuld am Starkregen

Falsche Behauptungen über Windkraftanlagen und ihre Auswirkungen auf das Wetter werden von Klima-Skeptikern verbreitet. Die Behauptung, dass Windräder Starkregen und Extremwetter verursachen, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

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Quelle: a surreal and artistic illustration of a young bab RqNGNMuuReymW2im8xqGHA jv1cRnoQSLWvLxiyJHl0Rw

Physik ist kompliziert. Wenn Menschen wie der Meteorologe Özden Terli bei Gelegenheit darauf verweisen, dass sie gleichwohl für alle gilt, löst das bei vielen (man nennt sie wohl Klimaskeptiker) Widerspruch aus.

Dem „Focus“ gab Terli dieser Tage ein längeres Interview. Ob der gewählte Titel (»ZDF-Meteorologe erklärt, wie Deutschlands Wetter der Zukunft aussieht«) mit ihm abgesprochen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Besonders glücklich ist er aus meiner Sicht primär deshalb nicht gewählt, weil er ein wenig suggeriert, als sähe da jemand in eine Glaskugel. Aber es handelt sich um den „Focus“. Deshalb unterstelle ich Absicht.

Interessant sind die Kommentare. Das ist bei vielen „Focus“-Artikeln der Fall. Ich schließe aus der Lektüre solcher Kommentare, dass die Art von Journalismus im Hinblick auf kritischere Zeitgenossen wirkt. Auf diese Klientel wirken derartige Artikel grundsätzlich in sehr vorhersehbarer Art und Weise. Begriffe wie Migration oder Klimakatastrophe und ihre Varianten, sind Magnete für diejenigen, die ganz sicher sind, besser zu wissen, wie unsere Welt funktioniert.

Die Anzahl der „Argumente“ dieser Leute sind überschaubar, deshalb wiederholen sie sich häufig. Das wiederum erleichtert es etwas, sich damit auseinanderzusetzen und Gegenpositionen zu finden. Es ist jedoch nicht sinnvoll, diese im Kommentarbereich solcher Artikel zu platzieren.

Zu meinen beliebtesten Antithesen zählt eine besonders „kurze wie fundierte Aussage“, die ungefähr so geht: Das Klima hat sich immer verändert. Gern wird auch der Einfluss der Sonne auf die Klimaveränderungen erwähnt. Solche Einlassungen dienen ausschließlich dazu, unseren Einfluss auf die Klimaveränderungen abzustreiten.

Der viele Regen (Starkregenfälle und Extremwetter), den wir insbesondere in diesem Jahr in Deutschland erlebt haben, geht in erster Linie auf die Erwärmung der Weltmeere zurück. So erklärt es die Wissenschaft.

In den Augen vieler „Focus“ — Leser muss es folgerichtig andere Gründe geben. Solche, die nicht in einen direkten Zusammenhang mit der Klimakatastrophe gebracht werden können. Es wäre stattdessen doch ganz wunderbar, könnte man die Mittel, die just vom Feind (den Grünen) als Lösung des Problems eingeführt wurden, als Verursacher des Extremwetters und der Starkregenfälle entlarven. Womit wir bei den naturverschandelnden Windrädern wären. Was nicht gut ist für Vögel und Fledermäuse, kann im Kampf gegen den grünen Wahnsinn nur helfen.

Also wird auf Teufel komm raus behauptet, dass die Tiefs deshalb nur so langsam abziehen, weil sie von den Windrädern daran gehindert werden. Dass die Wissenschaft sich nicht so ganz klar darüber ist, ob Windräder überhaupt Einfluss auf solche Wetterphänomene haben, kommt den selbst ernannten Experten, die begierig auf jedes noch so dumme Argument lauern, selbstverständlich zupass. Sie geben einmal mehr vor, mehr zu wissen als die Wissenschaft. Finden sie eine passende Stimme innerhalb der Wissenschaftscommunity, so wird der Verweis auf diese bis zum Gehtnichtmehr ausgeschlachtet. Das funktioniert bei jedem neuen „Gegenargument“ in gleicher Art und Weise.

Notfalls werden auch gegenteilige Effekte gern zur Unterstützung kruder Theorien benutzt. Es ist nicht lange her, als die Windräder nicht am vielen Regen schuld waren, sondern am Gegenteil — der großen Dürre.

Wissenschaftliche Studien zeigen bisher keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Windkraftanlagen und Veränderungen im Niederschlagsmuster. Es gibt Hinweise darauf, dass große Windparks in einigen Regionen lokal zu leichten Veränderungen in Temperatur und Luftströmungen führen können. Diese Effekte sind jedoch so gering, dass sie keinen messbaren Einfluss auf die Menge oder Häufigkeit von Regenfällen haben.

Es ist also so, dass es derzeit keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass Windkraftanlagen die Menge oder Häufigkeit von Regenfällen beeinflussen. Die Behauptung, dass der Ausbau der Windkraft für die Zunahme von Starkregenereignissen in Deutschland verantwortlich ist, ist daher nicht haltbar.

  1. Nein, Windparks verursachen nicht Trockenheit und Dürre – Correctiv
  2. Keine Belege dafür, dass Windräder Zehntausende Vögel im Jahr „schreddern“ – correctiv.org
  3. Impacts of wind farms on surface air temperatures | PNAS

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