Verzichtet die EU auf Impfdosen zugunsten armer Regionen?


| Aktualisiert: 19. Dezember 2020   0 Kommentare 2 Min. Lesezeit

Update: Der Tagesspiegel berichtet, dass die gestern von «Spiegel» beschriebene Situation hinsichtlich der Mengen an Impfdosen für Deutschland sich deutlich anders darstellt.
Link: (2) Coronavirus in Deutschland: Bund sichert sich 30 Millionen zusätzliche Biontech-​Impfdosen – Wissen – Tagesspiegel

Die Qualitätsmedien berichten, dass die EU-​Verantwortlichen ihre Verantwortung bei der Beschaffung der Impfdosen gegen Corona nicht wahrgenommen haben. Ob die Verantwortlichen nicht rechnen können oder was hinter dieser bewussten Entscheidung steht, sich die benötigten Millionen von Impfdosen nicht zu sichern, ist noch unklar.

Die Brüsseler Unterhändler bestellten jedoch nur 200 Millionen Dosen mit einer Option auf 100 Millionen weitere, die aber erst später geliefert werden können.

(6) Verträge mit Herstellern: EU verzichtete offenbar auf bis zu 340 Millionen zusätzliche Impfdosen – Politik – Tagesspiegel

Der «Spiegel» sprach hinter einer Bezahlschranke vom «Planungsdesaster». Der Tagesspiegel schildert unter Bezug auf den «Spiegel» – Artikel die Situation. Danach soll die EU auf angebotene Impfdosen von Moderna und anderen Anbietern verzichtet haben. 

Es geht um sage und schreibe 340 Millionen Impfdosen. Rechnen wir mal kurz, wie viele Einwohner die EU hat und welches Delta nach diesen Meldungen im Raum steht, müsste man endgültig verzweifeln. An der EU aber auch an unserer Regierung, die – wenn es denn alles tatsächlich stimmt, diesen Zirkus laufen lässt.

Ich habe es gut gefunden, dass die EU die Beschaffungsaufgabe übernommen hat. Wenn es allerdings nun so ist, dass viel weniger Impfdosen zur Verfügung stehen und nicht einmal die Bevölkerung der Union in einem überschaubaren Zeithorizont geimpft werden kann, ist das in der Tat schwer vermittelbar. 

Ich kann mir offengestanden nicht vorstellen, dass die Verantwortlichen wirklich so gehandelt haben, wie die Inhalte der Artikel nahelegen. 

Ob die EU verinnerlicht bzw. pflichtschuldigst umgesetzt hat, was UN-​Generalsekretär Guterres zuletzt auch im Bundestag gesagt hatte? Er würdigte Deutschland als starken Partner (was wir ja immer lieber hören als das Gegenteil) und formulierte im Einklang mit unserem Bundespräsidenten:

Für die Zukunft der internationalen Gemeinschaft ist es von entscheidender Bedeutung, Impfstoffe als „globales öffentliches Gut“ weltweit verfügbar und zugänglich zu machen

Guterres /​Steinmeier

Ich vermute, es könnte also sein, dass die EU und Deutschland, dem edlen Ansinnen folgend, auf große Mengen an Impfdosen verzichtet, weil dieser ja so schnell für arme Länder, die sich diesen Impfstoff auch finanziell vielleicht nicht leisten können, nicht zu beschaffen wäre. Ob das in Deutschland die Menschen zufriedenstellen wird? 

Ich bin mal gespannt, wie die Medien über das Thema in den nächsten Tagen berichten werden und wie groß der Ärger sein wird, der uns da ins Haus steht. Na dann frohe Weihnachten.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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