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Klugschwätzer und AstraZeneca

Wer kann rechtzeitig, guten und sicheren Impfstoff liefern? Wer definiert auf welcher transparenten Grundlage eigentlich rechtzeitig, gut und sicher? mehr lesen


   | Update: 15. Februar 2021   0 Kommentare 2 Min. Lesezeit

Wo sind jetzt die Heerscharen von Klugschwätzern, die die Einkaufspolitik der EU kritisiert haben? Sie wussten genau, was die EU falsch gemacht haben soll. Angesichts der Milliarden, die die Pandemie bisher bereits bis jetzt gekostet habe, hätte man, so die Behauptung, bei allen Impfstoff-Anbietern bestellen sollen.

So hätte man angeblich sicherstellen können, dass ausreichende Mengen eines Impfstoffes zur Verfügung gestanden hätten.

Wer sich noch an die Debatte von vor ungefähr 10 Jahren erinnert, als zu viele Dosen zur Bekämpfung der Schweinegrippe bestellt wurden, kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln. Abgesehen von diesem vergessenen Streit, der (was sonst?) zulasten der Politiker ging, liegt jetzt ein Sachverhalt vor, den keiner dieser Besserwisser auf dem Zettel hatte.

Völlig inakzeptabel, sagt EU-Kommissarin Stella Kyriakides, zumal die EU die Entwicklung und die anschließende Produktion des Vakzins mitfinanziert hat – insgesamt 336 Millionen Euro flossen an AstraZeneca. Dafür verlange man eine Gegenleistung, erklärte Kyriakides.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Zu wenig Impfdosen – zu geringe Wirksamkeit? | tagesschau.de

Dass AstraZeneca nicht liefern kann will, kommt noch hinzu. In erster Linie gehts aber um die im Raum stehende geringe Wirksamkeit des Impfstoffes.

Neben dem Lieferverzug, der schon genug Platz für Spekulationen bot, soll nun auch noch die Wirkung des englisch-schwedischen Impfstoffes für über 65-Jährige unzureichend sein. Die Rede ist von nur zirka 8 %. Zum Vergleich: Die modernen Impfstoffe von BioNTech und Moderna haben einen in Studien nachgewiesenen Wirkungsgrad von etwa 94 % – auch bei alten Menschen.

AstraZeneca hat eiligst eine neue Studie nachgeschoben, an der aber lediglich 2000 Probanden über 65 teilgenommen haben. Diese Studie wurde an die EMA nachgereicht. Keine Ahnung, ob die Fachleute in Brüssel am grünen Tisch herausfinden können, ob der Wirkungsgrad des Mittels so schlecht ist wie berichtet wurde. Freitag dieser Woche wird ohnehin eine Stellungnahme der EMA zum Impfstoff von AstraZeneca erwartet.

Unabhängig von dieser Unsicherheit kann AstraZeneca nach eigenen Angaben nicht liefern, weil nicht genügend Rohstoffe zur Verfügung stehen. Es sind jedoch Spekulationen in der Welt, worauf andere Gründe für den Lieferverzug des Unternehmens vorliegen. Wenn sich als wahr herausstellt, dass andere, bzw. Nicht-EU-Länder, von dem britisch-schwedischen Unternehmen bevorzugt werden, wird dies als Affront gegen die EU bewertet werden. Ich möchte mir die Folgen nicht ausmalen.

»Die Europäische Union möchte genau wissen, welche Dosen von Astrazeneca bisher wo produziert wurden und ob und an wen sie geliefert wurden«, sagte die Gesundheitskommissarin. Diese Fragen habe das Unternehmen bislang nicht zufriedenstellend beantwortet. Es steht der Verdacht im Raum, AstraZeneca könnte das von der EU mitfinanzierte Mittel an andere Länder geliefert haben.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Zu wenig Impfdosen – zu geringe Wirksamkeit? | tagesschau.de

Was hätten all die Top-Virologen und Fachleute, von ihren Sofas diesem Treiben zuschauend, dazu gesagt, wenn wirklich Milliardenbeträge an alle infrage kommenden Hersteller gezahlt worden wären und die Impfung im Gange wäre, um jetzt festzustellen, dass insbesondere die vulnerablen Bevölkerungsgruppen kaum, eigentlich gar nicht, geschützt wären?



Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Dass mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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