Jede neue Perspektive einer Sache sorgt für neue Aufregung

In Deutschland leben viele Migranten. Millionen von ihnen. Darunter so bekannte Menschen wie Xavier Naidoo, Lukas Podolski (der gerade aushäusig ist) oder Cem Özdemir und Andreas Bourani. Oder ganz unbekannte wie ich. Mein Großvater ist so ungefähr in den 10er Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Sauerland nach Bedburg gekommen. Ich bin also ein Migrant. Gut,

Dank an die Nürnberger Berufsschüler

Gestern wurde berichtet, dass ca. 300 Nürnberger Mitschüler eines 20jährigen afghanischen Flüchtlinges dessen Abschiebung verhindern wollten. Es war keine geplante Aktion von Abschiebegegnern oder NGO’s. Wie jeder weiß finden die Polizeiaktionen unangekündigt (auch nachts) statt. Die Proteste der Mitschüler wurden also durch persönliche Anteilnahme ausgelöst, eine Reaktion auf staatliche Willkür und Ungerechtigkeit. Die Polizei ging massiv gegen die jungen Leute vor. Inwieweit

Menschliche Abgründe

Leute, deren Asylverfahren rechtsgültig abgeschlossen sind und die kein Bleiberecht besitzen, sollen abgeschoben werden. Das ist nach alldem, was vorgefallen ist, Allgemeingut. Wenn ich bei Pro Asyl und anderen NGOs etwas darüber lese, was dieser Vorgang für die betroffenen Menschen mit sich bringt, kommen mir Zweifel an diesen Prinzipien. Zweifel an der Recht- und Sinnhaftigkeit sind es

Pressecodex: «Das Vertrauen nicht verspielen»?

Gerade erst hatte ich über die Entscheidung des Presserates geschrieben und nach der Rolle meiner Tageszeitung, des Kölner Stadt-​Anzeigers, gefragt. Wie auf Kommando erscheint heute ein Artikel von Chefredakteur Peter Pauls mit dem Titel: «Das Vertrauen nicht verspielen». Was damit gemeint ist, wird anhand der insbesondere nach «Köln» weiter hochgekochten Vorwürfe gegen deutsche Medien nicht erklärt werden müssen (Lügenpresse).

Kreative Lösungen bieten auch deutsche Intellektuelle leider nicht an

Professor Sinn geht bald in Rente. Vielleicht deshalb haut er jetzt nochmal so richtig auf die Kacke. Er bezeichnet Deutschland als gescheiterten Staat und hält die Zusammenarbeit mit der Türkei für desaströs. Im gleichen Artikel hat Sinn auch Griechenland als «failed state» bezeichnet. Das zeugt von einer wenig überzeugenden Sicht auf die Dinge. Sind es nicht die Staaten,

Gabriel vs. Schäuble – vielleicht nur ein veritabler Schaukampf?

Eigentlich könnten wir uns fast darüber freuen, dass in der Großen Koalition ein Streit über einen Punkt entbrannt ist, der einen inhaltlich an die alten Frontstellungen von CDU (vertreten die Geldsäcke) und der SPD (macht was für die kleinen Leute) erinnert. Aber wer glaubt schon noch an sowas? SPD-​Chef Gabriel glaubt sozialen Spannungen begegnen zu sollen,

Dunja Hayalis Freude in den asozialen Netzwerken

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Ich fand Dunja Hayalis Dankesrede sehr anregend und zum Teil auch anrührend. Aber viele Kommentatoren bei Youtube sehen es anders. Sie schlagen in die Kerbe, gegen die Hayali dankenswerterweise klar Stellung bezogen hat. Es sind die Leute, die

Das Internet verkommt zum Instrument des verbalen Totschlags

Ich habe mich verrannt. Wie konnte ich nur glauben, dass es ein Gebot der Menschlichkeit sei, Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen? Der Gedanke daran, dass diese Bereitschaft von Egoismus und diffusen Ängste der Ureinwohner dieses Staates stark limitiert sein könnte, war weit weg. Inzwischen gehöre ich zu einer krassen Minderheit. Fast zwei Drittel der Deutschen sagen laut einer

So ein netter Mann und dann das

Die Fahrt zum Krankenhaus war störungsfrei. Keine Staus. Bis zum Kölner Krankenhaus brauchten wir – wie eingeplant – ungefähr 45 Minuten. Die Anmeldeformalitäten waren relativ schnell erledigt, die Aufnahme könnte allerdings noch daran scheitern, dass zu wenig freie Betten zur Verfügung stehen. Und das, obwohl ein Termin telefonisch für die Aufnahme vereinbart war. Aber das ist

Bitte keine politische Korrektheit als Beruhigungspille für die Bevölkerung

Kübras Blog «Ein Fremdwörterbuch» ist mir seit Jahren ein Begriff. Ich lese dort nicht regelmäßig. Aber ich schätze ihre klare und außerordentlich intelligente Haltung zum Miteinander von Muslimen und Andersgläubigen. Mit ihren Einlassungen über den Feminismus stehe ich mitunter auf Kriegsfuß. Ich verstehe das Anliegen, kann aber manchen Argumentationen nicht folgen. Auch in diesem sehenswerten

Nach Köln stellt sich die Frage: War alles falsch?

Selten erkennen wir so deutlich wie in dieser polarisierten Debatte über den Terror von Köln, dass sich wenigstens kurzfristig selbst gefestigte liberale und vernünftige Positionen aufzulösen scheinen. Ich meine nicht nur die Meinungsschlachten, die in den sozialen Medien auf unterst möglichem Niveau ausgetragen werden, sondern zahlreiche Medienberichte, die nach «Köln» dem kurzsichtigen und fatalen Impuls folgen, am

Der Staat darf nicht versagen, wenn es um die Verbrechen von Köln, Hamburg und Stuttgart geht

Die Debatte über die schlimmen sexuellen Übergriffe gegen Frauen in der Sylvesternacht in Köln hat eben begonnen. Dabei stelle ich in offiziellen Stellungnahmen der Politik das altbekannte Muster fest. Mehr Kontrolle, mehr Videoüberwachung, mehr Polizeipräsenz. Das wird nicht reichen – nicht in diesem Fall, der in Teilen der Öffentlichkeit wie ein Fanal aufgenommen wurde. Bundesinnenminister Heiko Maas