Europäische Freundschaften und der ESC scheinen Gegensätze zu sein.

Plötzlich hat die Beziehung zwischen Wolodymyr Selenskyj und Olaf Scholz ein neues Niveau erreicht. Die Presse weint vor Glück. Endlich gilt es – nach Merkel – wieder mal eine Freundschaft…

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Diese Tage – besser gesagt, meine Tage – sind ganz ordentlich mit Frust angefüllt. Frust darüber, wie uns diese Regierung verarscht und wie wenig wir diesem Treiben entgegensetzen. Dafür lassen wir uns abspeisen mit Auftritten von Volodymyr und Olaf, die jetzt doch so dicke sind, wie es sich in den Augen einer infantilen medialen Öffentlichkeit gehört.

Aber ich frage mich auch, was ich bloß davon habe, wenn ich mich aufrege und Frust aufbaue? Na, hoffentlich werde ich nicht krank. Dabei bin ich extra mit 63 in Rente gegangen, um mein Leben danach gemeinsam mit meiner Frau genießen zu können. Wer später in Rente geht, stirbt früher – sagt die Tagesschau bzw. irgendeine Expertengruppe der OECD. Na, die wissen ja immer alles ganz genau.

Gute Verhältnisse

Ich fand es schon immer befremdlich, wenn Staatsgäste zu Besuch nach Berlin kamen oder Kanzlerin Merkel Reisen unternahm und die Meldungen zuvorderst vom guten Verhältnisse der Staatsfrauen und -Männer die Rede war. Ja, ja, gute Freunde wird niemand trennen. Das galt für Obama und Merkel, für Macron und Merkel, davor für Sarkozy und Merkel. Die angeblichen Freundschaften spielten in der Berichterstattung gefühlt eine größere Rolle als das Verhältnis zwischen den Ländern. Oder besser gesagt, sie erweckte das Gefühl, dass ein besonders freundschaftliches Verhältnis zwischen den Staatenlenkern die Basis für alle nur erdenklichen wirklich wichtigen Dinge wären.

Aber wir erinnern uns schon noch daran, wie Obamas Geheimdienste Merkels Smartphone überwachten oder Macron auf seine Europarede in der Sorbonne quasi nie eine angemessene Antwort erhalten hatte? So weit ging die Freundschaft nicht.

Wahrscheinlich ließen sich mühelos andere Beispiele für ähnliche Begebenheiten finden. So richtig nach Freundschaft klingt so etwas nicht. Aber jetzt, nachdem die Welt sich über unseren Olaf über sein fehlendes Engagement in Sachen Ukraine hinlänglich beklagt hat, wie die einen sagen und die anderen ohnehin immer abstreiten würden, kam es zum Schulterschluss der beiden Männer.

Karlspreis

Der Volodymyr, so schien es mir, hatte in seiner Aachener Karlspreis-Dankesrede fast ein wenig die Tränen in den Augen stehen. Er lobt Olaf Scholz in einer Art, die mir fast die Schmach des Vorabends (ESC) vergessen machte. Ich habe gar nicht nachgesehen, wie viele Punkte die Ukraine uns zukommen ließ. Viele werden es nicht gewesen sein. Wir hatten für den letzten Platz nur insgesamt 18 bekommen.

Dabei haben wir uns doch so angestrengt. Noch ein milliardenschweres Waffenpaket. Wahrscheinlich hat der neue Bundesverteidigungsminister seine Hände im Spiel. Seitdem er das Ruder auf der Hardthöhe (ach nee, das ist ja der Bendlerblock) übernommen hat, läuft es auch mit den osteuropäischen Nachbarn. Nur die Mucke aus Deutschland gefällt noch immer nicht. Böhmermann und Gottschalk haben es sinngemäß so formuliert: Die Europäer mögen uns Deutsche einfach nicht.

Und mit der Musik alleine wird das vermutlich nichts zu tun haben.

Die Ukraine und die Korruption

In der Ukraine hat man heute übrigens den Obersten Richter wegen Korruptionsverdachts verhaftet. Wolodymyr Selenskyj hat es nicht leicht. Und ich frage mich, ob das viele Geld, um das es bei solchen Dingen geht, nicht zum Teil auch unser schönes Geld ist. Echte Pazifisten werden es vielleicht sogar zu schätzen wissen, dass diese 2,76 Millionen Dollar jedenfalls nicht in Waffen, sondern in Menschen investiert wurden. Aber weiß man’s?

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  • Zur Abschreckung hergezeigt und vorgeführt Der kleine Bildausschnitt aus dem Video, auf dem keine Männer hergezeigt werden. Dieses Video ist in seiner Kälte wirklich besonders erschütternd. Man sieht Kristi Noem,
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Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 71 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (auch aus Überzeugung) auf dem Land.

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ESC, Europa

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6 Gedanken zu „Europäische Freundschaften und der ESC scheinen Gegensätze zu sein.“

  1. Du weißt aber schon, dass dein täglicher Frust etwas ist, das du rein selbst erzeugst — aus deinen ganz persönlichen Interpretationen von Ereignissen, die man auch ganz anders sehen kann.

    Meine Kolleg:innen und ich haben fast jeden Tag Besucher im Institut, denen man schon beim Reinkommen ansieht, dass sie gerade viel Frust über alle möglichen Dinge in sich reingefressen haben, den sie bei Gelegenheit jetzt an uns glauben abarbeiten zu müssen.

    Die lassen wir in der Regel ziemlich nüchtern und sachlich abblitzen, und meist verschwinden sie dann schnell wieder, nicht ohne beim Rausgehen hörbar herumzunörgeln. Wenn man keine wirklichen Probleme hat, schiebt am eben eine Fuhre Frust vor sich her. Offenbar fühlt man sich nur gut, wenn man sich frustriert. So what? Für mich sind das Leute, die ihre Zeit mit unwichtigem Unsinn verschwenden und dann frustriert sind, weil sie nicht Wichtiges geregelt bekommen.

    Unsere Regierung „verarscht“ uns nicht mehr oder weniger als jede zuvor und jede, die ihr folgen wird. Die „Freundschaftsrituale“ zwischen Führungspolitikern auf internationaler Ebene waren schon immer inszenierte Rituale. Das ist alles nichts weiter als Teil der internationalen Diplomatie.

    Völlig unabhängig davon schneiden wir zuletzt beim ESC meist ziemlich grottenschlecht ab, weil die Musik, die unsere Industrie vermeintlich zielführend dafür produziert, schlicht und einfach Scheiße ist. Das musikalische Niveau bei diesem Wettbewerb ist grundsätzlich eher grasnarbig niedrig — und die ganze Angelegenheit wird sooo derart maßlos überbewertet.

    Wer nimmt das ernst? Wirklich? Es gibt einen so immens großen Kosmos an unglaublich guter Musik, mit dem ich alle meine Tage füllen kann, wozu soll ich mich mit dem ESC und dem peinlichen deutschen Abschneiden länger beschäftigen als mit reiner kurzer Zurkenntnisnahme?

    Ich tue mir den Mist schon seit Jahren nur noch ganz am Rande an, eher zur Belustigung. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man darüber ernsthaft frustriert sein kann.

  2. Aber wir beschäftigen uns ja freiwillig damit. Oder eben nicht. Also erzeugen wir auch den Frust selbst… freiwillig. Ich versuche das weitgehend zu vermeiden. Ich höre stattdessen lieber gute Musik. Guildo Horns Vorschlag ist sicher liebevoll und gut gemeint und insofern ok. Allerdings würde, fürchte ich, ein zweitweiser Verzicht kein Problem lösen. Denn in der Zwischenzeit würde in Deutschland ja die konzern-industriell hergestellte Zielgruppenmusik nicht besser werden. Wirklich gute Musiker (die ihre eigene Musik machen) und wirklich gute unabhängige Produzenten haben wir in Deutschland entweder kaum noch oder sie kommen in der Musikmaschinerie nicht zum Zug. Von daher landet beim ESC nur die mediale Plörre, und die ist offenbar im internationalen Maßstab nicht gut genug. Bzw. nicht europäisch massenkompatibel genug.

  3. Ich hatte gerade bei Youtube ein paar „Reaction Videos“ gesehen – Videos, wo Musiker oder Musikfachleute sich Videos von Bands oder Musikern angucken und dazu reagieren und kommentieren – und zufällig hatte ich da gerade ein paar Videos einer englischen Schwermetall- und Prog-Metal-Band namens ‚Haken‘ gesehen, als dieser deutsche Beitrag beim ESC irgendwo im TV gespielt wurde. Hörte und sah mir das kurz an und musste feststellen, dass Haken wirklich mehrere Klassen besser ist.

    Ok, diese deutsche Band mag auch ihre Qualitäten haben und eine ganz originelle Bühnenshow zeigen. Dagegen will ich nichts sagen und auch gar nicht meckern, aber DAS beim ESC kommt mir schon reichlich hilflos seitens der deutschen Verantwortlichen zu sein. Es passt einfach gar nicht. Was war da noch beim deutschen Vorentscheid?

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