Der Untergang: Wenn die Freunde aus den USA uns alleinlassen

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Quelle: HorstSchulte.com

Verfolgt man die Debatten um den Status quo des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und beschäftigt sich mit den vielen Implikationen, kommt man schnell zur Rolle der USA und aktuell das europäische Zittern vor einer erneuten Präsidentschaft Donald Trumps.

Trump wird die Ukraine (und Europa) voraussichtlich nicht mehr schützen bzw. unterstützen, jedenfalls nicht in dem Umfang, wie es bisher der Fall war. Das Damoklesschwert eines NATO-Austritts der USA schwebt über allem. Den USA, besser gesagt vor allem Trumps Republikanern, wird die Unterstützung zu teuer. In den USA ist mit Außenpolitik bei Präsidentschaftswahlen kein Blumentopf zu gewinnen. Die Grenze nach Mexiko (also auch hier die Migration) spielt im aufziehenden Wahlkampf die dominante Rolle.

Die USA haben IMHO seit dem 2. Weltkrieg für viel Leid gesorgt. Und das gilt nicht nur für die Destabilisierung im Nahen Osten, sondern auch für Motive, die Putins Massenmord an Ukrainern ausgelöst haben. Dass wir im Westen davon nichts wissen möchten, ist einerseits nachzuvollziehen. Anderseits stehen wir mit heruntergelassenen Hosen (ohne militärische Macht und (noch schlimmer!) mit leerem Portemonnaie da) in direktem Konflikt mit Russland. Ein Risiko, das die dieser Vogel-Strauß-Politik innewohnt. Dass Politiker und „Experten“ uns Angst machen, in dem sie eine Eskalation des Krieges in einer Zeitspanne von 5 bis 8 Jahren wahrsagen, muss man nicht ernst nehmen, sage ich. Leider hören nur die meisten nicht auf einsame Rufer. Decken die Aussagen Putins solche Sorgen? Unbestreitbar dürfte indes sein, dass wir (Europa) in der Lage sein müssen, uns gegen Aggressoren zu schützen. Wir sind nicht nur ein (noch) überaus starker Wirtschaftsraum, hier leben Hunderte von Millionen Menschen. Und zwar in freiheitlichen Rechtsstaaten. Auch wenn die eine oder andere Tendenz in eine fatale Richtung geht.

Diese Freiheit ist kein Geschenk. Sie wurde mit dem Leid und der Erfahrung vieler Millionen von Menschen errungen. Auch mithilfe der USA. Unsere Generationen haben Glück gehabt. Eine so lange Friedensperiode war vor uns nicht vielen Menschen vergönnt. Manchmal scheint es, als seien wir uns nicht einmal mehr dieses Glücks bewusst. Die Opfer sind vielen nicht mehr präsent. Trotz aller Mittel und Möglichkeiten, all das Leid zu realisieren, das so viele Menschen vor uns erlitten haben.

EU und Europa haben keinen Einfluss auf die Dinge, die US-Amerikaner entscheiden, und die sich verändernden Interessen dieser Führungsmacht mit fragwürdiger Moral können uns keine Orientierung geben. Es hilft auch nicht, dass die USA den Krieg Putins durch ihre Handlungen provoziert haben. Nachdem die Karre inzwischen richtig im Dreck steckt, ziehen sie sich zurück. Dass Europa diesen Ausfall kompensieren könnte, ist ausgeschlossen.

Ein moralisches Desaster, das man in Europa bewerten aber nicht ändern kann. Wahrscheinlich könnte (und würde) die Biden-Administration (sollte sie die Wahlen im November gewinnen) vor dem innenpolitischen Druck ebenfalls keine andere Entscheidung mehr treffen.

Dass das 100 Mrd. EUR-Sondervermögen, das vom deutschen Kanzler im Rahmen der Zeitenwende beschrieben wurde, bisher keine zählbaren Erfolge bei der Bundeswehr gebracht hat, ist ein Resultat, das ich als typisch Deutsch betrachte. Vielleicht geht aber auch diese Betrachtung nur auf das zurück, was unsere Medien auch bei diesem Thema an negativer Konnotation liefern. Sichtbare Effizienz und Effektivität sind mit den Ergebnissen des Handelns der Verantwortlichen in diesem Land scheinbar nicht gegeben. Das Gegenteil wird in unserer Öffentlichkeit jedenfalls mit Eifer insinuiert.

Hier einige Punkte zur Verantwortung der USA für Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine:

Christopher Caldwell gab am 21. Mai 2022 folgende Stichpunkte in seinem Text für die „New York Times“

Die USA unterstützten 2014 den Aufstand gegen den prorussischen Präsidenten

2014 hatte die Ukraine kaum modernes Militär, dann begannen die USA mit der Bewaffnung

Henri Guaino hat Recht, wenn er den Westen der „Schlafwandelei“ bezichtigt

Wenn größere Waffen nicht abschrecken, dann führen sie zu größeren Kriegen

Die USA haben gezeigt, dass sie die Tendenz haben, Konflikte zu eskalieren

Keine Zugeständnisse an Russland zu machen, hieße, sich dem Wahnsinn zu beugen

Auch Henry Kissinger hatte zum Vorgehen der USA eine besondere Haltung. Nur ist der Mann für viele ja kein geeignet Zeuge.

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