Wenn Frust zur politischen Dummheit wird

Sagen, was ist. Wer hat dieses Bonmot von Rudolf Augstein (oder wars Rosa Luxemburg?) nicht schon alles für sich und seine Sicht auf die Medien in unserem Land aus unterschiedlichen, nicht nur guten Absichten, beansprucht? Es wirkt wie die implizite Forderung nach Wahrheit. Springer-Leute operieren auch gern damit. Was viel über den Wert solcher Formeln aussagt. Sie können leicht von den Falschen für ihre Ziele beansprucht werden.

Die Welt meldet heute mit dem in solchen Dingen üblichen Drive das Ergebnis einer neuen repräsentativen Umfrage, die im Auftrag der ARD-Tagesthemen und Springer erstellt wurde.

Zusammenfassend darf man feststellen: Die Leute finden den Ausschluss von AfD und Linkspartei (genannt „Brandmauer“) deutschlandweit nicht wirklich knorke.

„Die Zustimmung zum Ausschluss bröckelte im gleichen Zeitraum um 13 Prozentpunkte und beträgt ebenfalls 47 Prozent.“, sagt Welt und belegt das mit den Daten dieser neuen Umfrage. Der Osten Deutschlands zeige sich, so Welt, beweglicher. Auf die Formulierung muss man kommen.

Es ist bedauerlich, dass die jämmerliche Leistung der amtierenden Bundesregierung diese Auswirkungen hat.

Die lapidare Dumpfbackenhaltung so vieler Bürgerinnen und Bürger kann nur eine Folge dieses allseits beschimpften deutschen Bildungssystems sein. All diese Frustfresser, denen offenbar nichts anderes einfällt, als sich freiwillig den rechtsextremen, nationalistischen Allesversprechern auszuliefern, verschaffen sich Gehör und erkennen offensichtlich nicht im Ansatz die Gefahren ihres ja auch so demokratischen Denkens.

Manchmal (in guten Stunden) erinnert mich die Lage an eine sehr alte Werbung mit Thomas Gottschalk für McDonald’s. Alle gehen hin, nur keiner möchte es zugeben. Ich denke mal optimistisch. Am Ende, wenn es drauf ankommt, ist ja doch vielleicht alles ganz anders. Andernfalls dürfte meine wachsende Misanthropie wohl noch schneller zunehmen.

Horst Schulte
Horst Schulte
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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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