Wir lesen, die politisch motivierte Gewalt entwickle sich geradezu mustergültig nach oben. Der Spiegel formuliert dazu: «Jede zweite Tat ist rechts motiviert.»
Nun gut. Heißt das im Umkehrschluss, dass die andere Hälfte links motiviert ist? Oder gibt es in dieser düsteren Farbpalette noch weitere Töne? Islamisten zum Beispiel. Hamas-Unterstützer. Antisemiten, die längst nicht mehr nur am Rand stehen, sondern mitten unter uns auftreten.
Aber Vorsicht: Nach landläufiger Sortierung gelten solche Milieus dann gern wieder als «rechts». Oder doch nicht? In manchen Medien heißt es schließlich, sie kämen eher aus linken Zusammenhängen. Nur: Sind sie dann links, rechts, quer, religiös verbrämt, ideologisch verwildert oder einfach demokratiefeindlich?
Man sieht: Die Etiketten kleben schneller, als sie erklären. Und am Ende stehen wir nicht klüger da, sondern nur ratloser. Bringen uns solche Befunde wirklich näher an Lösungen? Oder nur näher an jenen Zustand, in dem alle über die Schubladen streiten, während die Republik (wie damals zu Weimarer Zeiten) draußen weiter angezündet wird?
Da soll sich noch einer auskennen.