Fleischhauer nebst Gesinde moniert die Akademisierung unserer Parlamente. Gleichzeitig bekommt Bas einen reingewürgt. Geht im Moment sicher auch nicht anders! Wir bilden in Deutschland angeblich zu viele Akademiker aus – also nicht nur in Österreich. Für nichts existiert nicht auch eine Gegenmeinung.
Bärbel Bas kam übrigens nicht aus einer akademischen Laufbahn, sondern aus einem langen beruflichen Aufstiegsweg in Verkehrsbetrieb, Krankenkasse und Personalverwaltung. Sie besuchte die Hauptschule und schloss sie 1984 mit der Fachoberschulreife ab. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürogehilfin, später berufsbegleitend eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten sowie eine Fortbildung zur Krankenkassenbetriebswirtin. Hinzu kam die Ausbildereignung. Diese Art Laufbahn wird Bas eher negativ angerechnet, was ich trotz ihrer merkwürdigen Einlassungen, die sie zuletzt gemacht hat, ziemlich bescheuert finde. Als ob berufsbegleitende Weiterbildung nicht aller Ehren wert wäre.
Vor ihrem Einzug in den Bundestag 2009 arbeitete sie rund 24 Jahre außerhalb der hauptamtlichen Politik – zunächst bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft, danach bei verschiedenen Betriebskrankenkassen, zuletzt in leitender Funktion im Personalbereich. Ihre Biografie steht damit weniger für den klassischen akademischen Politikbetrieb als für einen beruflichen Aufstieg über Ausbildung, Praxis, Weiterbildung und Verantwortung.
Wenn diese Daten korrekt sind, kann man nachvollziehen, dass viele Dinge anders laufen, als sich der Otto-Normalverbraucher das vorstellt bzw. wünschen würde.
| Fraktion / Partei im Bundestag | Sitze | Akademikeranteil | Akademiker ca. | Nichtakademiker ca. |
|---|---|---|---|---|
| CDU/CSU | 208 | 91 % | 189 | 19 |
| AfD | 152 | 61 % | 93 | 59 |
| SPD | 120 | 88 % | 106 | 14 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 85 | 91 % | 77 | 8 |
| Die Linke | 64 | 75 % | 48 | 16 |
| SSW / fraktionslos | 1 | keine belastbare Angabe | — | — |