
Einen lesenswerten Artikel zum Thema Einsatz von KI hat Boris Stumpf in seinem Blog veröffentlicht. Ich zitiere hier einmal den letzten Absatz komplett mit Überschrift:
Die eigentliche Problematik aber ist
Leider beobachte und erkenne ich inzwischen auch in einigen Blogs die Verwendung von LLMs bei der Erzeugung von Blogbeiträgen – man kann das wirklich heraus-lesen, und vor allem dann besonders leicht, wenn man die Autoren aus der früheren KI-losen Zeit kennt.
Solchen Artikeln geht die persönliche Note flöten, sie lesen sich alle irgendwie wie sachdienliche Berichte zum Thema, denen meist noch eine klare (dann allerdings KI-freie) Bewertung respektive Meinungsäußerung nachgeschoben wird. Diese »Bruchstelle« sieht man dann recht leicht.
Am Ende geht dann den Blogs selbst der persönliche Charakter verloren, es bleiben sonderbar leere redaktionelle Seiten übrig, auf denen Autoren zu Themen berichten.
Erwischt!
Ich setze schon seit einer Weile kontinuierlich KI ein (ChatGPT). Dabei erinnert mich die von Boris beschriebene Methode genau an die, die ich zwar nicht durchgängig, aber häufig einsetze. Ich formuliere einen Beitrag zu einem der vielen Themen, die mich interessieren, und bearbeite ihn mit ChatGPT. Dabei habe ich festgestellt, dass manche Formulierungen, oft ganze Texte, mir besser gefallen als meine ursprünglichen bzw. eigenen. Weniger Verschachtelungen, weniger Abschweifung. Kein gedankliches Durcheinander. Einfach bessere Texte. Fand ich bisher jedenfalls.
Das machen möglicherweise inzwischen viele Blogger so. Ich könnte aber nicht behaupten, dass mir das in anderen Blogs aufgefallen wäre. Im Gegenteil. Viele beschreiben ja ihren Umgang mit KI nicht besonders differenziert, sondern in eher feindseligem Grundton. Es gibt auf der anderen Seite allerdings auch sehr intensive, tiefgreifende Auseinandersetzungen mit dem Thema. Das ändert leider aber wenig daran, dass ich diese Gedanken manchmal für krass übertrieben halte.
In meinem Fall drückt sich der Einsatz von KI auch in einer im Vergleich höheren Schlagzahl von Beiträgen aus. Viele wird jetzt ein Lächeln übers Gesicht huschen. Sie denken: Weniger ist mehr! Aber da komme ich wieder zur Motivation fürs Bloggen. Bei mir ist es immer noch eine Form der Eigentherapie, die mitschwingt und für die ich schon öfter mal kritisiert wurde. Gerhard schrieb kürzlich, dass man vor diesem Hintergrund ja auch alles in eine Kladde schreiben könnte. Das stimmt. Aber man möchte ja die Welt an seinen weltbewegenden Gedanken doch auch irgendwie teilhaben lassen.
Ich schreibe tendenziell wieder mehr als früher. Die Resonanz bleibt mäßig, und selbstverständlich frage ich mich jetzt, ob Boris’ Feststellung auch von anderen so ohne Weiteres geteilt wird.
Meine Art, die Dinge zu kommentieren, ist trotz KI sehr persönlich. So viel geschimpft wird ansonsten eher selten, glaube ich. Manche wollen es sich weder mit ihrer Leserschaft verscherzen, noch wollen sie sich meinungstechnisch so aus dem Fenster legen. Und wieder andere mögen die Auseinandersetzung mit Politik, Medien und Gesellschaft einfach gar nicht. All das ist zu respektieren.
Was mir auffällt, ist die zunehmende Anzahl von KI-generierten Kommentaren, die durch meinen Filter (Antispam Bee) flutschen. Ich lösche sie zwar gleich, aber erst mal sind sie sichtbar, weil die Technik in solchen Fällen wohl überrumpelt wird. Die Texte sind zwar als Spam erkennbar, aber im Moment wohl am ehesten noch von Menschen.
Dieser Text ist übrigens 100% KI-frei. Ich schwöre!
Studie: KI-Chatbots machen bei 40 Prozent der Antworten Fehler | tagesschau.de








Wenn man offline in ein Tagebuch schreibt, nutzt man vermutlich keine KI
@ Anonym: Das könnte schon sein 🙂
Ich muss gestehen, dass ich auch KI für meine Artikel nutze. Bisher habe ich das immer im Artikel vermerkt. Ich persönlich kann nichts Schlimmes dabei feststellen!
@Horst Scheuer: Alles, was hilft, ist willkommen. So sehe ich das auch. Inwieweit bessere Beiträge daraus werden? Das müssen halt die LeserInnen entscheiden.